Demenz in Brandenburg: 40 Prozent mehr Fälle bis 2060 erwartet
Demenz in Brandenburg: 40 Prozent mehr Fälle bis 2060

Die Zahl der Menschen, die in Brandenburg an Demenz erkranken, wird in den nächsten 30 Jahren um gut 40 Prozent steigen. Das sagt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Krankenkasse AOK voraus. Bundesweit rechnet die mit mehreren Universitäten erstellte Studie mit einem Anstieg der Demenzfälle von heute 1,3 Millionen Erkrankten auf 2,1 Millionen im Jahr 2060.

Herausforderungen für das Gesundheitswesen

Dieser Anstieg stellt das brandenburgische Gesundheitswesen vor immense Herausforderungen. Die Studie zeigt, dass die Zahl der Demenzkranken in Brandenburg von derzeit etwa 50.000 auf rund 70.000 im Jahr 2060 steigen wird. Besonders betroffen sind ländliche Regionen, wo die medizinische Versorgung bereits heute dünn ist.

Ursachen des Anstiegs

Hauptursache für die steigenden Zahlen ist die alternde Bevölkerung. Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Alter, in dem das Demenzrisiko deutlich zunimmt. Die AOK-Studie betont, dass präventive Maßnahmen und eine bessere ambulante Versorgung notwendig sind, um die Belastung für Pflegekräfte und Angehörige zu reduzieren.

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Reaktionen aus der Politik

Die brandenburgische Landesregierung hat die Ergebnisse der Studie zur Kenntnis genommen. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) kündigte an, die Versorgungsstrukturen für Demenzkranke auszubauen. Dazu gehören mehr Pflegeplätze, aber auch Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige.

Die Opposition im Landtag kritisierte hingegen, dass die Landesregierung zu langsam reagiere. Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Jan Redmann, forderte einen Masterplan Demenz, der alle relevanten Akteure zusammenbringt.

Prävention als Schlüssel

Die Studie des AOK-Wissenschaftsinstituts zeigt auch, dass bis zu 40 Prozent der Demenzfälle durch einen gesünderen Lebensstil vermieden oder zumindest hinausgezögert werden könnten. Dazu gehören regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und geistige Aktivität. Die Autoren der Studie appellieren daher an die Politik, mehr in Präventionsprogramme zu investieren.

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