In Dillingen eröffnet eine besondere Ausstellung: „Demenz neu sehen“ präsentiert prämierte Fotografien, die das Thema Demenz aus ungewohnten Blickwinkeln beleuchten. Die Schau will Berührungsängste abbauen und zeigt, dass Menschen mit Demenz mehr sind als ihre Krankheit.
Ein neuer Blick auf ein tabuisiertes Thema
Die Ausstellung „Demenz neu sehen“ ist ein Projekt, das bereits in mehreren Städten Station gemacht hat. In Dillingen werden nun die Siegerbilder eines Fotowettbewerbs gezeigt, der Menschen dazu einlud, den Alltag mit Demenz künstlerisch festzuhalten. Die Bilder stammen von Angehörigen, Pflegenden und Betroffenen – sie zeigen Momente der Nähe, des Humors und der Würde.
Organisiert wird die Schau vom lokalen Netzwerk Demenz, das sich seit Jahren für eine offene Gesellschaft einsetzt. „Wir wollen mit den Fotografien zeigen, dass Demenz nicht nur Verlust bedeutet, sondern auch Begegnung und Menschlichkeit“, erklärt die Koordinatorin des Netzwerks, Maria Schmidt. Die Ausstellung ist noch bis Ende des Monats im Foyer des Landratsamts zu sehen.
Prämierte Werke mit Botschaft
Unter den ausgestellten Arbeiten befinden sich die Gewinnerbilder des diesjährigen Wettbewerbs. Der erste Preis ging an eine Serie, die einen demenzkranken Vater beim gemeinsamen Kochen zeigt – ein Bild von Vertrautheit und Fürsorge. Die Jury lobte besonders die Authentizität und die emotionale Tiefe der Aufnahmen.
Insgesamt wurden mehr als 120 Einsendungen aus ganz Schwaben eingereicht. Eine Fachjury wählte daraus 25 Werke aus, die nun in Dillingen zu sehen sind. Die Bilder sind bewusst in Schwarz-Weiß gehalten, um den Fokus auf die Mimik und Gestik der Porträtierten zu lenken.
Rahmenprogramm und Gesprächsangebote
Begleitend zur Ausstellung finden mehrere Veranstaltungen statt. Geplant sind Führungen, ein Filmabend und ein Gesprächskreis für Angehörige. „Wir möchten den Besuchern nicht nur Bilder zeigen, sondern auch Raum für Austausch schaffen“, so Schmidt. Der Eintritt ist frei, Spenden für das Netzwerk sind willkommen.
Die Ausstellung ist ein Beitrag zur lokalen Demenzstrategie, die in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Landkreis entwickelt wurde. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Erkrankung zu schärfen und Hilfsangebote bekannter zu machen.
Eine Einladung zum Perspektivwechsel
„Demenz neu sehen“ fordert dazu auf, die eigenen Vorurteile zu hinterfragen. Die Fotografien zeigen Menschen in ihrem Alltag, mit ihren Stärken und Schwächen – und genau das macht die Ausstellung so berührend. Wer die Schau besucht, wird mit neuen Eindrücken nach Hause gehen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 30. November geöffnet. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Netzwerks Demenz.



