Die Berliner Charité wird auch die Familie des US-amerikanischen Ebola-Patienten versorgen. Das Bundesgesundheitsministerium teilte mit, dass die Ehefrau und vier Kinder des Mannes auf die Sonderisolierstation des Universitätsklinikums gebracht werden sollen. US-Behörden hätten ein entsprechendes Hilfeersuchen gestellt.
Der Amerikaner hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Ebola-Virus infiziert und wurde zur Behandlung nach Berlin ausgeflogen. Dort kam er am frühen Morgen an. Auch die Familienangehörigen hatten sich zuvor in Kongo aufgehalten und gelten als Kontaktpersonen. Sie seien zuletzt symptomfrei und negativ getestet worden, hieß es.
Die Familie soll wie der Mann mit einem Spezialflugzeug nach Deutschland und anschließend mit einem Infektionsrettungswagen zur Klinik gebracht werden. Die Sonderisolierstation der Charité auf dem Campus Virchow-Klinikum ist eine geschlossene Einheit, getrennt vom regulären Klinikbetrieb, um Kontakt zu anderen Patienten zu vermeiden.
Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit, die durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird. Die WHO hat den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. In der Demokratischen Republik Kongo und Uganda gibt es mehr als 500 Verdachtsfälle und über 130 vermutete Todesfälle, der Großteil im Kongo. Einige Dutzend Fälle wurden labortechnisch bestätigt.
Die seltene Bundibugyo-Variante des Virus brach vermutlich schon in der dritten Aprilwoche aus, blieb aber zunächst unentdeckt. Für sie gibt es weder einen Impfstoff noch eine Therapie. Der Ausbruch in Afrika dürfte größer sein als offizielle Zahlen nahelegen.



