Geburtshilfe in Potsdam endet früher als geplant
Die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am St. Josef Krankenhaus in Potsdam stellt ihre Arbeit aufgrund fehlenden Personals bereits heute ein – und damit Wochen früher als ursprünglich angekündigt. Das Aus der Station war zunächst zum 1. August geplant gewesen, doch nun kommt es überraschend und unvorbereitet.
Das Krankenhaus teilte auf seiner Homepage mit: „Aufgrund der geplanten Beendigung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe können die für eine sichere Versorgung erforderlichen personellen Voraussetzungen unerwartet nicht mehr erfüllt werden.“ Die Leistungen der Gynäkologie und Geburtshilfe können bereits nicht mehr angeboten werden. Die Klinik sei in Abstimmung mit den zuständigen Stellen von der Versorgung abgemeldet worden, hieß es.
Hintergrund: Krankenhausreform und Personalnot
Die Klinik hatte bereits angekündigt, sich zum 1. August aus den Bereichen Neurologie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe zurückzuziehen. Nach bisherigen Angaben sind rund 50 Beschäftigte betroffen, etwa zwei Drittel davon sind Ärzte und Hebammen. Der Schritt ist eine direkte Folge der Krankenhausreform, die viele Häuser unter Druck setzt.
Neben dem St. Josef Krankenhaus schränkt in Potsdam auch das Klinikum Ernst von Bergmann medizinische Leistungen als Folge der Reform ein. Hier sind die Orthopädie und Gefäßchirurgie betroffen. Die Krankenhausreform zielt darauf ab, die Versorgung zu konzentrieren und wirtschaftlicher zu gestalten, führt aber vielerorts zu Einschnitten.
Auswirkungen auf die Versorgung in Potsdam
Die plötzliche Einstellung der Geburtshilfe bedeutet für werdende Mütter in Potsdam eine deutliche Einschränkung. Sie müssen nun auf andere Kliniken in der Region ausweichen, was längere Anfahrtswege und möglicherweise Engpässe zur Folge haben kann. Die Klinik betonte, dass die Entscheidung aus Sicherheitsgründen getroffen wurde, da die personelle Besetzung nicht mehr gewährleistet werden konnte.
Die Schließung der Geburtshilfe am St. Josef Krankenhaus ist ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen, denen sich Krankenhäuser in Deutschland aufgrund der Reform und des Fachkräftemangels gegenübersehen. Die betroffenen Mitarbeiter müssen sich nun neue Arbeitsstellen suchen, während die Klinik selbst ihre Zukunft neu ausrichten muss.



