Kassenärztechef fordert Streichung von Zahnreinigung und Globuli
Kassenärztechef fordert Streichung von Zahnreinigung und Globuli

Kassenärztechef Andreas Gassen hat vorgeschlagen, alle freiwilligen Zusatzleistungen der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen. Dazu gehören Homöopathie, Osteopathie-Zuschüsse, professionelle Zahnreinigung und Bonusprogramme. Nach seinen Angaben ließen sich so jährlich rund eine Milliarde Euro einsparen. Versicherte müssten diese Leistungen dann selbst bezahlen.

Eine professionelle Zahnreinigung kostet je nach Praxis zwischen 80 und 150 Euro, eine osteopathische Behandlung zwischen 60 und 120 Euro. Für viele Versicherte wären das spürbare Mehrkosten. Allerdings würde die Krankenversicherung dadurch nicht billiger: Bei Gesamtausgaben von jährlich über 340 Milliarden Euro machen die Extras weniger als 0,3 Prozent aus.

Selbst wenn alle Kassen sämtliche Zusatzleistungen abschafften, würde der Beitragssatz kaum messbar sinken. Die Leistungen dienen ohnehin weniger der Gesundheitsversorgung als der Werbung: Die 93 gesetzlichen Kassen finanzieren im Kern dieselben Pflicht- und Regelleistungen. Globuli und Zahnreinigungszuschüsse sind einer der wenigen Wege, sich voneinander abzugrenzen.

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Fielen sie weg, würden die Kassen vermutlich mit Achtsamkeits-Apps oder Yogakursen um Mitglieder werben. Die Evidenzlage für manche dieser Leistungen ist ohnehin dünn: Die professionelle Zahnreinigung wird vom Igel-Monitor mit „unklar“ bewertet, aussagekräftige Studien zum Nutzen fehlen. Gesetzlich Versicherte müssen sich auf steigende Beiträge einstellen – die Ursachen liegen bei teuren Klinikstrukturen, wachsenden Arzneimittelkosten und der alternden Gesellschaft.

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