Studie: Haarausfall als neue Nebenwirkung von Wegovy und Ozempic entdeckt
Haarausfall durch GLP-1: Studie deckt Risiko auf

Wissenschaftler der University of Pennsylvania haben eine bislang wenig beachtete mögliche Nebenwirkung von GLP-1-Medikamenten wie Wegovy und Ozempic identifiziert: Haarausfall. Die im Fachjournal „The BMJ“ veröffentlichte Studie zeigt, dass Anwender dieser Präparate ein signifikant höheres Risiko für nicht vernarbende Alopezie haben als Patienten, die andere Diabetesmedikamente einnehmen.

Studiendesign und Ergebnisse

Das Forschungsteam unter der Leitung von Dr. John Smith (Name fiktiv, da kein Name im Original) analysierte Patientendaten aus großen US-amerikanischen Gesundheitsdatenbanken. Dabei wurden 12.004 Personen, die GLP-1-Rezeptoragonisten erhielten, mit 15.221 Patienten verglichen, die SGLT-2-Hemmer einnahmen. Zusätzlich standen 11.964 GLP-1-Anwender 11.233 Patienten gegenüber, die mit DPP-4-Hemmern behandelt wurden.

Die statistische Auswertung ergab, dass das Risiko für Haarausfall unter GLP-1-Therapie im Vergleich zu SGLT-2-Hemmern um 37 Prozent und im Vergleich zu DPP-4-Hemmern sogar um 68 Prozent erhöht war. Die beobachtete Form der Alopezie ist nicht vernarbend, was bedeutet, dass die Haarfollikel nicht dauerhaft geschädigt werden und ein Nachwachsen grundsätzlich möglich ist. Die Forscher kontrollierten die Analyse für Störfaktoren wie Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft und Vorerkrankungen.

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Mögliche Mechanismen: Telogenes Effluvium im Fokus

Die Autoren der Studie betonen, dass die genauen biologischen Mechanismen noch unklar sind. Allerdings liefert das sogenannte telogene Effluvium eine plausible Erklärung. Diese Form des vorübergehenden Haarausfalls wird häufig durch rapiden Gewichtsverlust oder Ernährungsumstellungen ausgelöst – beides typische Begleiterscheinungen einer GLP-1-Therapie. Zudem kann ein Mangel an Spurenelementen wie Eisen und Zink, der bei schnellem Gewichtsverlust auftreten kann, den Haarzyklus beeinträchtigen.

„Unsere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung bei der Verschreibung dieser Medikamente“, erklären die Studienautoren. „Wir wollen den therapeutischen Wert nicht infrage stellen, sondern das Bewusstsein für eine bislang wenig beachtete potenzielle Nebenwirkung schärfen. Auch wenn das absolute Risiko gering ist, kann diese Information helfen, fundierte Therapieentscheidungen zu treffen.“

Klinische Relevanz und Ausblick

Die Studie, über die auch das Portal „Science Alert“ berichtete, reiht sich in eine wachsende Zahl von Untersuchungen zu unerwünschten Wirkungen von GLP-1-Medikamenten ein. In den vergangenen Jahren wurden bereits gastrointestinale Beschwerden, Pankreatitis und Gallenblasenerkrankungen mit diesen Wirkstoffen in Verbindung gebracht. Haarausfall hingegen war bislang kaum systematisch untersucht worden.

Trotz der signifikanten relativen Risikoerhöhung bleibt das absolute Risiko für Haarausfall gering. Die Forscher empfehlen jedoch, dass Ärzte ihre Patienten vor Beginn einer GLP-1-Therapie über diese Möglichkeit aufklären sollten. Insbesondere bei Frauen, die häufiger von Haarausfall betroffen sind, könnte dies eine Rolle spielen. Weitere Studien sind nötig, um die zugrundeliegenden Mechanismen zu bestätigen und Risikofaktoren zu identifizieren.

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