Die anhaltende Hitzewelle in Deutschland setzt vielen Menschen zu. Laut einer neuen Forsa-Studie im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit leidet jeder Dritte unter gesundheitlichen Beschwerden wie Müdigkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen. Besonders betroffen sind Frauen: 40 Prozent der Befragten klagten über Belastungen – fast doppelt so viele wie Männer mit 21 Prozent.
Häufigste Beschwerden und Arztbesuche
Die Umfrage ergab, dass Müdigkeit und Abgeschlagenheit mit 71 Prozent die häufigste Beschwerde ist, gefolgt von Schlafproblemen (68 Prozent), Kreislaufbeschwerden (64 Prozent) und Kopfschmerzen (52 Prozent). Schwindel (32 Prozent), Appetitlosigkeit (27 Prozent) und Verwirrtheit (7 Prozent) wurden ebenfalls genannt. Fünf Prozent der Befragten suchten wegen der Hitze einen Arzt auf, während 13 Prozent im Nachhinein meinten, ein Arztbesuch wäre sinnvoll gewesen.
Betroffenheit in verschiedenen Bereichen
Die größte Belastung sehen die Befragten bei Menschen mit schwerer körperlicher Arbeit: 89 Prozent halten Beschäftigte im Handwerk, Bau und in der Produktion für stark betroffen. Auch in der Pflege wird die Belastung mit 86 Prozent als sehr hoch eingeschätzt. 58 Prozent der Befragten sehen Schulen und Kindergärten durch die Hitze stark eingeschränkt. Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit, fordert daher verbesserten Hitzeschutz: „Hitzewellen werden zunehmend zur Belastung: Wenn ein Drittel der Bevölkerung schon Gesundheitsprobleme hatte, dann muss der Hitzeschutz gerade für ältere Menschen, chronisch Kranke und Kinder verbessert werden.“
Psychische Auswirkungen der Hitze
Eine Meta-Studie im Fachjournal „Nature Health“ zeigt zudem psychische Folgen von Hitzewellen. Australische Forscher fanden heraus, dass nach Hitzewellen mehr Menschen wegen psychischer Störungen ins Krankenhaus kamen. Sie vermuten, dass erhöhte Cortisolausschüttung und Stresshormone bei extremer Hitze Reizbarkeit, Angst und kognitive Beeinträchtigungen steigern. Andere Störungen wie Depressionen, bipolare Störungen, Angststörungen und Demenz traten erst nach einigen Tagen vermehrt auf – vermutlich aufgrund von Schlafstörungen und anhaltendem Stress.
Sorgen und Hitzeschutzmaßnahmen
Knapp zwei Drittel der Befragten der DAK-Studie machen sich große oder sehr große Sorgen wegen der Hitze. Frauen sind auch hier stärker betroffen als Männer, und Jüngere sowie Großstadtbewohner sorgen sich mehr als Ältere oder Menschen aus kleineren Orten. Drei Viertel der Befragten halten die aktuellen Hitzeschutzmaßnahmen für nicht ausreichend. Storm betont: „Das ist alarmierend. Deshalb müssen Bund, Länder und Kommunen verstärkt an ihren Hitzeschutzplänen arbeiten.“



