Die aktuelle Hitzewelle in Berlin und ganz Deutschland raubt vielen Menschen den Schlaf. Während Hersteller wie Eight Sleep oder Emma teure Kühlmatratzenauflagen anbieten, rät der renommierte Schlafforscher Dr. Hans-Günter Weeß zu einem einfacheren und deutlich günstigeren Mittel: einer kurzen, kühlen Dusche vor dem Zubettgehen.
Warum eine kühle Dusche besser ist als eine Kühlmatratze
„Viele Menschen greifen zu teuren Kühlmatratzenauflagen, die oft mehrere Hundert Euro kosten. Dabei kann ein einfacher Dusch-Trick genauso effektiv sein“, erklärt Dr. Weeß im Gespräch mit dieser Redaktion. Der Trick: Etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen kurz kühl abduschen, aber nicht kalt. Das Wasser sollte lauwarm bis kühl sein, sodass der Körper langsam herunterkühlt. „Der Körper kühlt nach der Dusche weiter ab, und genau diese Abkühlung signalisiert dem Gehirn: Es ist Zeit zu schlafen“, so der Experte.
Die ideale Schlaftemperatur liegt bei 16 bis 20 Grad
Laut Dr. Weeß liegt die optimale Raumtemperatur für einen erholsamen Schlaf zwischen 16 und 20 Grad Celsius. „Bei Temperaturen über 25 Grad wird der Schlaf oft unruhig, und die Tiefschlafphasen verkürzen sich.“ Um die Raumtemperatur zu senken, empfiehlt er, tagsüber die Vorhänge geschlossen zu halten und nachts querzulüften. Auch ein Ventilator könne helfen, sollte aber nicht direkt auf den Körper gerichtet sein, da er sonst die Schleimhäute austrocknet.
Was Kühlmatratzenauflagen wirklich bringen
Die auf dem Markt erhältlichen Kühlmatratzenauflagen teilt Dr. Weeß in zwei Kategorien ein: passive und aktive. Passive Auflagen leiten die Körperwärme ab, indem sie aus speziellen Materialien wie Gel oder Vlies bestehen. „Diese können die gefühlte Temperatur um ein bis zwei Grad senken, was bei leichter Hitze durchaus hilfreich ist“, sagt der Schlafforscher. Aktive Auflagen mit Wasser- oder Luftkreislauf seien dagegen effektiver, aber auch teurer und wartungsintensiver. „Für die meisten Menschen reichen jedoch einfache Maßnahmen wie die kühle Dusche und das richtige Lüften aus.“
Weitere Tipps für heiße Nächte
Neben der Dusche empfiehlt Dr. Weeß, auf schwere Mahlzeiten am Abend zu verzichten und leichte Bettwäsche aus Baumwolle oder Leinen zu verwenden. Auch ein Fußbad mit kühlem Wasser könne helfen, die Körpertemperatur zu senken. „Wichtig ist, dass man nicht verzweifelt, wenn man nicht sofort einschlafen kann. Lieber aufstehen und etwas Entspannendes tun, bis die Müdigkeit zurückkommt“, rät der Experte.



