Die Vorfreude auf den Urlaub ist groß, doch nach einem langen Flug folgt oft die Ernüchterung: Am Zielort angekommen, ist man so müde, dass man den ganzen Tag verschlafen könnte – ein klassischer Jetlag. Damit Sie Ihren Urlaub trotz Zeitverschiebung genießen können, ist eine gute Vorbereitung entscheidend.
Was ist Jetlag und welche Symptome treten auf?
Jetlag ist eine vorübergehende Schlaf-Wach-Störung, die auftritt, wenn Sie auf Reisen mehrere Zeitzonen durchqueren. Die innere Uhr des Körpers folgt noch dem gewohnten Tagesrhythmus, obwohl am Reiseziel eine andere Tages- oder Nachtzeit herrscht. Typische Symptome sind Müdigkeit am Tag, Einschlafprobleme in der Nacht, Konzentrationsstörungen, Gereiztheit und Verdauungsprobleme. Je mehr Zeitzonen durchquert werden, desto stärker sind die Auswirkungen. Besonders Reisen in Richtung Osten gelten als belastender, da man „Zeit verliert“ und früher schlafen muss, obwohl man noch nicht müde ist.
Wie lange dauert ein Jetlag?
Die Dauer des Jetlags hängt davon ab, wie schnell Sie Ihre innere Uhr wiederherstellen. Pro Zeitzone benötigt der Körper Richtung Osten etwa einen Tag, Richtung Westen nur einen halben Tag. Das bedeutet: Bei einer Reise von New York nach Berlin (sechs Zeitzonen östlich) kann die Anpassung bis zu sechs Tage dauern.
Tipps zur Vorbeugung und Linderung von Jetlag
Vermeiden lässt sich ein Jetlag zwar nicht ganz, aber Sie können ihn abmildern. Beginnen Sie bereits einige Tage vor der Reise, Ihren Schlafrhythmus schrittweise dem Zielort anzupassen: Geht es Richtung Osten, gehen Sie etwas früher schlafen; Richtung Westen etwas später. Wählen Sie möglichst Flüge, die tagsüber am Ziel ankommen – so fällt es leichter, wach zu bleiben und sich dem neuen Rhythmus anzupassen. Auch wenn Sie müde sind: Versuchen Sie, sich sofort an die lokale Zeit zu halten. Gehen Sie erst abends ins Bett und vermeiden Sie tagsüber lange Nickerchen. Maximal 20–30 Minuten Powernaps sind erlaubt.
Die Rolle von Licht und Bewegung
Natürliches Licht ist der Taktgeber für die innere Uhr. Verbringen Sie möglichst viel Zeit draußen, besonders am Vormittag. Licht unterdrückt die Produktion des Schlafhormons Melatonin und hilft dem Körper, sich schneller an die neue Zeitzone zu gewöhnen. Ein Spaziergang oder leichtes Stretching hilft gegen Erschöpfung und bringt den Kreislauf in Schwung. Tipp: Wer weniger als 48 Stunden in einer anderen Zeitzone bleibt, sollte sich keine große Mühe geben, sich anzupassen. Bei Geschäftsreisen schlafen Sie kurz zwischendurch und behalten Ihren eigenen Biorhythmus bei.
Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
Trockene Flugzeugluft und Zeitverschiebungen führen schnell zur Dehydrierung, die Jetlag-Symptome verstärken kann. Trinken Sie ausreichend Wasser. Schwere Mahlzeiten belasten den Körper zusätzlich; leichte Kost hilft, sich wohler zu fühlen und erholsamer zu schlafen. Ein Kaffee kann kurzfristig wach machen, sollte aber nicht zu spät getrunken werden, um den Nachtschlaf nicht zu stören.
Fit bleiben während des Flugs
Stehen Sie regelmäßig auf, machen Sie Dehnübungen oder gehen Sie ein paar Schritte im Gang, um die Durchblutung zu fördern. Tragen Sie bequeme Kleidung und eventuell Stützstrümpfe, um Wassereinlagerungen und Thrombosen vorzubeugen. Ohrstöpsel, Schlafmasken oder Nackenkissen können helfen, im Flugzeug besser zu schlafen.
Melatonin und Medikamente
In einigen Fällen können Melatonin-Tabletten helfen, schneller in den neuen Rhythmus zu finden. Vor der Einnahme sollten Sie jedoch Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Wer Schlafmittel in Betracht zieht, sollte sie nur so lange nehmen wie nötig, um sich an die neue Zeitzone zu gewöhnen, da sonst Abhängigkeitsrisiko besteht. Testen Sie die Wirkung am besten vorher zu Hause.
Was machen Piloten gegen Jetlag?
Langstreckenpiloten leiden oft unter Jetlag und benötigen nach Einsätzen längere Flugpausen zur Erholung. Sie nutzen strategische Nickerchen: Nach der Landung schlafen sie kurz – maximal drei Stunden –, stehen dann auf, gehen nach draußen und versuchen, sich an die Schlafenszeit am Zielort anzupassen.



