Hohe Abbruchquoten bei Abnehmspritzen
Abnehmspritzen wie Ozempic, Wegovy (Wirkstoff Semaglutid) oder Mounjaro (Tirzepatid) gelten als Durchbruch im Kampf gegen Adipositas. Doch eine große dänische Studie aus dem Jahr 2024 zeigt: Mehr als die Hälfte von über 77.000 Erwachsenen beendete die Wegovy-Therapie bereits nach einem Jahr. Eine US-amerikanische Untersuchung mit rund 49.000 Erwachsenen zwischen 2018 und 2023 ergab, dass 65 Prozent nach einem Jahr und sogar 84 Prozent nach zwei Jahren die Behandlung abbrachen. Dabei ist eine dauerhafte Einnahme notwendig, um das Gewicht zu halten.
Warum ein Jojo-Effekt besonders gefährlich ist
Setzen Patienten die Spritzen ab, droht ein heftiger Jojo-Effekt. Das zuvor verlorene Gewicht kommt schnell wieder – und oft noch mehr. Experten warnen, dass dieser Effekt bei Ozempic und Co. besonders schädlich sei. Denn der Körper reagiert auf die plötzliche Kalorienzufuhr mit einer verstärkten Fettspeicherung. Zudem könnten Stoffwechsel und Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten. Ein Forscher, der anonym bleiben möchte, erklärt: „Das Medikament muss lebenslang genommen werden. Wer es absetzt, riskiert nicht nur die Gewichtszunahme, sondern auch gesundheitliche Folgen wie erhöhten Blutdruck und Blutzucker.“
Lebenslange Einnahme notwendig
Die Behandlung mit Abnehmspritzen ist als Dauertherapie konzipiert. Die Kosten sind hoch: Monatlich fallen mehrere hundert Euro an, die viele Krankenkassen nicht übernehmen. Dennoch ist ein Absetzen ohne ärztliche Begleitung riskant. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft empfiehlt, die Therapie nur unter medizinischer Aufsicht zu beenden und gleichzeitig Ernährungs- und Bewegungsprogramme zu nutzen. Andernfalls drohe nicht nur der Jojo-Effekt, sondern auch ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Experten fordern Aufklärung
Die schlechte Therapietreue sei ein großes Problem, so die Experten. Viele Patienten unterschätzen die Langzeitfolgen. Eine Aufklärungskampagne könnte helfen, die Abbruchquote zu senken. Besonders gefährdet seien Menschen, die die Spritzen ohne ärztliche Verschreibung aus dem Internet beziehen. Sie wüssten oft nicht, dass die Medikamente nicht als kurzfristige Diäthilfe gedacht sind.



