Marathonlaufen: Sind die Herz-Blutwerte nach dem Rennen gefährlich?
Marathon: Sind erhöhte Herz-Blutwerte gefährlich?

Marathonlaufen: Sind erhöhte Herz-Blutwerte ein Grund zur Sorge?

Wissenschaftler haben über 3200 Marathonläufer untersucht. Direkt nach dem Lauf zeigen die Blutwerte ähnliche Muster wie bei einem Herzinfarkt. Das Herz selbst nimmt aber meist keinen Schaden. Ein Team um die Sportkardiologin Inarota Laily vom Amsterdam University Medical Center wertete Daten aus 69 Studien von Freizeitläufern zwischen 27 und 63 Jahren aus. Die Ergebnisse wurden in „BMJ Open Sport & Exercise Medicine“ veröffentlicht, wie FITBOOK berichtete.

Die auffälligsten Befunde der Marathon-Studie

Im Blut der Marathonläufer wurden Herzinfarkt- und Herzschwäche-Marker untersucht, nämlich Troponine und NT-proBNP. Zudem wurden Ultraschallaufnahmen und Herz-MRTs analysiert. Die Proteine Troponin und NT-proBNP stiegen innerhalb der ersten Stunde nach dem Marathon deutlich an. Dabei handelt es sich um Biomarker, die auf Belastung oder Schäden des Herzens hindeuten. Troponin stieg bereits bei 10-Kilometer-Läufen und Halbmarathons. Je schneller die Laufzeiten, desto stärker waren die Ausschläge. Teilweise lagen die Werte sogar oberhalb klinischer Grenzwerte, beispielsweise für einen Herzinfarkt.

Ultraschall und MRT: Keine bleibenden Schäden

Ultraschalluntersuchungen zeigten, dass sich die Pumpkraft des Herzens nach dem Marathon nur unbedeutend veränderte. Allerdings waren Marker für die Dehnung der Herzwände vor allem nach Marathonläufen deutlich erhöht. Überraschend: Ein höheres Trainingspensum schützte nicht vor den Effekten. Herz-MRTs lieferten ein anderes Bild: Die Forscher fanden keine klinisch relevanten strukturellen Schäden oder Entzündungen des Herzmuskels. Die erhöhten Werte sind vermutlich eine akute Reaktion auf die extreme Belastung. Sie weisen nicht automatisch auf bleibende Gewebeschäden hin.

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Offene Fragen und methodische Einschränkungen

Viele Fragen bleiben offen. Frauen waren in den ausgewerteten Studien unterrepräsentiert. Zudem wurde der Trainingszustand der Teilnehmer häufig nicht einheitlich erfasst. Viele Einzelstudien waren methodisch nicht ganz sauber. Was fehlt, sind Langzeitdaten, die zeigen könnten, ob wiederholte Marathons über viele Jahre doch der Gesundheit schaden können. Historische Daten zeigen, dass Herzereignisse beim Sport besonders häufig Männer über 35 Jahre betreffen. Zugrunde liegt laut Herzstiftung meist eine (unbemerkte) Verkalkung der Herzkranzgefäße.

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