Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit erhält neue Lunge
Mette-Marit: Neue Lunge nach erfolgreicher Transplantation

Die schwer kranke norwegische Kronprinzessin Mette-Marit (52) hat eine neue Lunge erhalten. Das gab das norwegische Königshaus bekannt. „Die Lungentransplantation ist so weit erfolgreich verlaufen“, zitierte der Hof Abteilungsleiter Arnt Fiane vom Universitätskrankenhaus in Oslo. Die Kronprinzessin werde nun für mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben müssen. Erst bei ihrer Entlassung sei das nächste Update zu erwarten. Ihr Mann, Kronprinz Haakon, werde sein Programm in nächster Zeit weiter anpassen, um seiner Frau beistehen zu können.

Hintergrund der Erkrankung

Mette-Marit litt unter einer schweren Lungenfibrose, einer unheilbaren Krankheit, bei der sich Narben im Lungengewebe bilden. In den vergangenen Monaten hatte sich ihr Zustand zunehmend verschlechtert. Vor einigen Wochen hatte der Hof mitgeteilt, dass die Kronprinzessin auf die Warteliste für eine neue Lunge gesetzt worden war. Nun ging es offenbar sehr schnell.

Lebensbedrohlicher Zustand

Die Zeichen für eine baldige Transplantation hatten sich in den letzten Wochen gemehrt. Kronprinz Haakon sagte immer wieder Termine ab, um bei seiner Frau sein zu können. Die Tochter des Paares, Ingrid Alexandra, kehrte von ihrem Studium in Australien nach Hause zurück. Der älteste Sohn der Kronprinzessin, Marius Borg Høiby, hatte mit Verweis auf den Gesundheitszustand seiner Mutter mehrfach vergeblich versucht, aus der Untersuchungshaft freizukommen. Der Hof sprach kürzlich plötzlich von einem „lebensbedrohlichen“ Zustand der Kronprinzessin. Erst vor zwölf Tagen war Mette-Marit auf die Warteliste für eine Transplantation gesetzt worden.

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Überraschend schnelle Transplantation

Mit einer so raschen Transplantation hatten auch die Experten der Stiftung Organspende in Norwegen nicht gerechnet. „Normalerweise ist das nicht so“, kommentierte Informationschef Aleksander Sekowski in der Zeitung „Aftenposten“. „Das war früh.“ Andererseits könne das Telefon jederzeit klingeln, wenn man auf der Liste stehe. „Es ist fantastisch, dass sie eine Lunge gefunden haben, die so gut passt.“

Prognose nach der Transplantation

Die Kronprinzessin leidet bereits seit Jahren an Lungenfibrose. Zunächst konnte sie nach der Diagnose 2018 relativ normal weiterleben – im letzten halben Jahr ging es ihr jedoch immer schlechter. Am norwegischen Nationalfeiertag im Mai winkte sie dem Volk in Tracht und mit Sauerstoffgerät zu. Danach musste sie sich zurückziehen. Jeder öffentliche Termin war eine große Belastung. Zuletzt war sie fast gar nicht mehr zu sehen. Ohne den Eingriff, so die Ärzte, hätte sie nur noch rund ein Jahr zu leben gehabt. Mit der Transplantation stehen ihre Chancen nun besser, aber ein Risiko bleibt: Mit einer neuen Lunge überleben dem Krankenhaus zufolge 85 bis 90 Prozent das erste Jahr nach der Transplantation. Nach fünf Jahren leben demnach noch 70 bis 75 Prozent, nach zehn Jahren nur noch etwa die Hälfte der Patienten.

Skandale um Mette-Marit und Sohn

Zusätzlich zu ihrer Krankheit belasten mehrere Skandale die Kronprinzessin. Durch die Veröffentlichungen im Fall Jeffrey Epstein war Mette-Marits frühere Freundschaft zu dem Sexualstraftäter bekannt geworden. In einem Fernsehinterview sagte sie in diesem Frühjahr, Epstein habe sie manipuliert und getäuscht. Von seinen Verbrechen habe sie nichts gewusst. Viele ihrer Landsleute nahmen ihr das enge Verhältnis zu dem Sexualstraftäter sehr übel. Sorgen macht Mette-Marit auch ihr Sohn aus einer früheren Beziehung. Am Montag wurde Marius Borg Høiby unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft verurteilt. Er hatte in den vergangenen Monaten immer wieder versucht, aus der Untersuchungshaft freizukommen – es sei unerträglich, nicht bei seiner kranken Mutter sein zu können, argumentierte er. Das Kronprinzenpaar hat außerdem zwei gemeinsame Kinder: Erbprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus.

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