Nicos Höllenritt: Was beim Absetzen von Antidepressiva passiert
Nicos Höllenritt: Absetzen von Antidepressiva

Nico (26) kämpfte jahrelang mit seiner Borderline-Persönlichkeitsstörung. Auf der Suche nach Linderung probierte er verschiedene Antidepressiva aus, doch die Nebenwirkungen waren oft quälend. Immer wieder stellte er sich die Frage: Wer bin ich eigentlich ohne diese Medikamente? Schließlich entschloss er sich, die Antidepressiva auf eigene Faust fast vollständig abzusetzen – ein Schritt, der ihn in eine tiefe Krise stürzte.

Der Kampf gegen die Borderline-Erkrankung

Seit seiner Jugend leidet Nico unter emotionalen Extremen, Impulsivität und Angstzuständen, typisch für eine Borderline-Störung. Die Diagnose kam früh, doch die Behandlung gestaltete sich schwierig. Antidepressiva sollten helfen, die Stimmung zu stabilisieren, doch die Wirkung war oft schlecht. Nico erlebte sowohl positive Effekte als auch unangenehme Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Müdigkeit und sexuelle Funktionsstörungen. Die ständige Anpassung der Medikation zehrte an seiner Lebensqualität.

Der riskante Entzug

Nach Jahren der Medikation fühlte sich Nico zunehmend von den Tabletten abhängig. Er sehnte sich nach einem Leben ohne die chemische Unterstützung. Ohne ärztliche Absprache reduzierte er die Dosis drastisch – und setzte die Präparate schließlich fast vollständig ab. Zunächst fühlte er sich befreit, doch bald setzten heftige Entzugserscheinungen ein: Schwindel, Übelkeit, Schwitzen und starke innere Unruhe. Die Symptome waren kaum auszuhalten.

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Die Folgen des Absetzens

Die Entzugserscheinungen gingen in eine tiefe Depression über. Nico verlor den Antrieb, konnte nicht mehr arbeiten und zog sich von Freunden und Familie zurück. Die Gedanken kreisten um Sinnlosigkeit und Verzweiflung. Schließlich brach er zusammen und musste in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Dort wurde er stationär behandelt und langsam wieder auf ein neues Medikament eingestellt. Heute geht es ihm besser, aber die Erfahrung hat Narben hinterlassen.

Was Experten empfehlen

Ein Top-Neurologe erklärt, dass Antidepressiva das chemische Gleichgewicht im Gehirn beeinflussen. Ein abruptes Absetzen kann zu schweren Entzugserscheinungen führen, die oft mit einem Rückfall der Grunderkrankung verwechselt werden. Er betont, dass das Absetzen immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen sollte, mit einer schrittweisen Dosisreduktion über Wochen oder Monate. Die Therapie ist sinnvoll, wenn sie Teil eines Gesamtkonzepts ist, das auch Psychotherapie und soziale Unterstützung umfasst. In Nicos Fall war die Entscheidung, die Medikamente eigenmächtig abzusetzen, ein riskanter Schritt, der ohne ärztliche Begleitung fatale Folgen haben kann.

Nico ist heute 26 Jahre alt und hat aus seiner Erfahrung gelernt. Er rät anderen Betroffenen, niemals auf eigene Faust die Medikation zu ändern, sondern immer den Rat eines Arztes einzuholen. Die Borderline-Therapie ist ein langer Weg, aber mit fachkundiger Unterstützung kann eine Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden.

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