Potsdamer Klinikchefs: Schließungen haben nichts mit Qualität zu tun
Potsdamer Klinikchefs: Schließungen nicht qualitätsbedingt

Die Chefs zweier Potsdamer Krankenhäuser haben die Schließung von vier Fachabteilungen zum 1. August verteidigt und vor weiteren Einschnitten gewarnt. Alexander Mommert, Geschäftsführer des St. Josefs-Krankenhauses der Alexianer, und Tomislav Gmajnic, Klinikdirektor des kommunalen Bergmann-Klinikums, betonten in einem gemeinsamen Interview, die Maßnahmen seien nicht auf mangelnde Qualität zurückzuführen, sondern auf einen tiefgreifenden Strukturwandel im Gesundheitswesen.

Hintergrund der Schließungen

Die beiden Häuser hatten Anfang Juli überraschend angekündigt, zum August vier Abteilungen zu schließen. Welche genau betroffen sind, teilten sie nicht im Detail mit. Klar ist: Die Schließungen erfolgen im Zuge der laufenden Krankenhausreform in Deutschland, die kleinere Häuser unter Druck setzt. Mommert erklärte wörtlich: „Die Entscheidungen, die wir getroffen haben, haben nichts mit Qualität zu tun, sondern mit einem Strukturwandel im Gesundheitswesen. Wir erleben gerade einen sehr dynamischen Wandel und die erfolgten strukturellen Anpassungen zielen ja gerade darauf ab, die Standorte zukunftssicher und stabil aufzustellen.“

Weitere Stationen in Gefahr

Auf die Frage nach möglichen weiteren Stationsschließungen antworteten beide Klinikchefs ausweichend. Sie machten jedoch deutlich, dass die aktuelle Situation nicht abschließend sei und weitere Anpassungen nötig werden könnten. Gmajnic verwies auf den steigenden Kostendruck und den Fachkräftemangel, der alle Krankenhäuser in der Region treffe. „Wir müssen uns neu aufstellen, um langfristig überlebensfähig zu bleiben“, so der Klinikdirektor. Die Politik sei gefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern.

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Auswirkungen auf Patienten

Patienten in Potsdam müssen sich auf längere Wege und Wartezeiten einstellen. Die Schließungen betreffen vor allem Bereiche, die in der Stadt nicht mehr doppelt vorgehalten werden sollen. Die Klinikchefs betonten, dass die Versorgungssicherheit dennoch gewährleistet bleibe. Sie riefen die Politik zu einem konstruktiven Dialog auf: „Wir laden Carsten Linnemann ein, sich selbst ein Bild zu machen“, so Mommert mit Blick auf den CDU-Politiker, der sich intensiv mit Gesundheitspolitik beschäftigt. Die kommenden Monate würden zeigen, wie viele weitere Einschnitte nötig seien.

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