Digitalisierung: Rosa Schein und gelbes Impfbuch adé – Deutschland wird digital
Rosa Schein und gelbes Impfbuch adé – Deutschland wird digital

Die Bundesregierung hat ein weiteres Entlastungspaket im Umfang von 600 Millionen Euro beschlossen. Der größte Posten ist das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG), das den Gesundheitssektor endgültig ins digitale Zeitalter führen soll. Kritiker bemängeln die Kleinteiligkeit der Maßnahmen, doch die Neuerungen sind längst überfällig.

Elektronische Überweisung und digitaler Arztbrief

Mit dem GeDIG werden der rosafarbene Überweisungsschein und das gelbe Impfbuch der Vergangenheit angehören. Stattdessen sollen elektronische Überweisungen und digitale Arztbriefe den Alltag von Patienten und Ärzten erleichtern. Aktuell werden noch 150 Millionen Arztbriefe per Post oder Fax versendet – ein enormer bürokratischer Aufwand. Die geplanten Digitalisierungen könnten jährlich Belastungen in Höhe von 445 Millionen Euro abbauen.

Das Entlastungskabinett hatte insgesamt 1,5 Milliarden Euro an Entlastungen bereits im Vorfeld verabschiedet, die nun um 600 Millionen Euro ergänzt wurden. Viele der Maßnahmen sind in anderen Ländern seit Jahren Standard, doch in Deutschland fehlte bislang der politische Wille.

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Kleinteilig, aber wichtig

Stimmen aus der Wirtschaft kritisierten die Maßnahmen als zu kleinteilig und forderten größere „Gamechanger“. Doch die schrittweise Digitalisierung im Gesundheitswesen ist ein wichtiger Schritt, um Bürokratie abzubauen und Effizienz zu steigern. Die elektronische Überweisung und der digitale Versand von Arztbriefen reduzieren nicht nur Papierkram, sondern auch Fehlerquellen und Wartezeiten.

„Die Kritik ließ nicht lang auf sich warten. Zu kleinteilig seien die beschlossenen Maßnahmen des Entlastungskabinetts der Bundesregierung. Die großen ‚Gamechanger‘ müssten noch umgesetzt werden, mahnten Stimmen aus der Wirtschaft. Das stimmt“, kommentierte Josefine Fokuhl. Dennoch betont sie: „Doch das macht sie nicht weniger relevant.“

Auswirkungen auf Patienten und Ärzte

Für Patienten bedeutet die Digitalisierung weniger Verlustrisiko: Wer kennt nicht das Problem, den Überweisungsschein verlegt zu haben? Auch das gelbe Impfbuch, oft zerfleddert und unvollständig, wird durch digitale Lösungen ersetzt. Ärzte profitieren von schnelleren Kommunikationswegen und weniger Verwaltungsaufwand. Die Umstellung erfordert jedoch Investitionen in die IT-Infrastruktur und Schulungen des Personals.

Die Bundesregierung erhofft sich durch das GeDIG-Gesetz langfristige Einsparungen und eine bessere Vernetzung der Gesundheitsakteure. Ob die Maßnahmen ausreichen, um den Rückstand zu anderen Ländern aufzuholen, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der rosa Schein und das gelbe Büchlein haben bald ausgedient.

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