Schweiß wird oft als natürliche Feuchtigkeitspflege angesehen, doch ein Dermatologe warnt: Das ist ein Irrglaube. In einer Kolumne für den Tagesspiegel erklärt Claudia Füßler, warum Schwitzen die Haut nicht gesund hält, sondern sogar schädigen kann.
Was Schweiß wirklich mit der Haut macht
Schweiß besteht zu 99 Prozent aus Wasser, enthält aber auch Salze, Harnstoff und Milchsäure. Diese Zusammensetzung kann die Haut zwar kurzfristig befeuchten, doch der Effekt verpufft schnell. „Schweiß ist kein Ersatz für eine gute Feuchtigkeitscreme“, betont der Dermatologe. Im Gegenteil: Trocknet der Schweiß auf der Haut, entsteht ein osmotischer Effekt, der Wasser aus der Haut zieht – die Haut wird langfristig trockener.
Risiken von Schweiß auf der Haut
Bleibt Schweiß zu lange auf der Haut, kann er die natürliche Barriere stören. Der pH-Wert des Schweißes ist leicht sauer, was das Wachstum von Bakterien und Pilzen begünstigt. „Besonders bei Menschen mit Neurodermitis oder Akne kann Schweiß Entzündungen verschlimmern“, erklärt der Experte. Zudem können Salzablagerungen die Poren verstopfen und zu Hautunreinheiten führen.
Die richtige Pflege nach dem Schwitzen
Statt auf Schweiß als Pflege zu setzen, empfiehlt der Dermatologe, die Haut nach dem Schwitzen sanft zu reinigen und eine leichte Feuchtigkeitscreme aufzutragen. „Am besten duscht man lauwarm und verwendet milde, pH-neutrale Produkte“, rät er. So wird der Schweiß entfernt, ohne die Haut zu reizen. Anschließend kann eine Creme mit Hyaluronsäure oder Glycerin die Feuchtigkeit binden.
Fazit: Schweiß ist kein Beauty-Produkt
Die Vorstellung, dass Schweiß die Haut pflegt, ist ein Mythos. Wer seine Haut gesund halten möchte, sollte auf bewährte Pflegeprodukte setzen und Schweiß nicht als Feuchtigkeitslieferant missverstehen. Der Dermatologe abschließend: „Schwitzen ist wichtig für die Temperaturregulation, aber für die Hautpflege gibt es bessere Alternativen.“



