Viele Menschen vergessen bei der Sonnenpflege ihre Kopfhaut und Haare. Dabei sind diese Bereiche besonders anfällig für UV-Schäden. Die Dermatologin Dr. Uta Schlossberger warnt: „Der Scheitel oder Bereiche mit lichtem Haar können trotz Haaren einen Sonnenbrand bekommen.“ Daher sollten diese Stellen gezielt mit Sonnenschutz eingecremt werden. Ein Klecks Sonnencreme auf den Finger und sanft auf Scheitel und Haaransätze verteilen – das schützt effektiv vor Rötungen und langfristigen Schäden.
Warum die Kopfhaut besonderen Schutz braucht
Die Kopfhaut ist der Sonne oft direkt ausgesetzt, besonders bei lichtem Haar oder Glatze. Laut Dr. Schlossberger entstehen Hautkrebs und seine Vorstufen häufig an Körperstellen, die jahrelang intensiver UV-Strahlung ausgesetzt sind – die Kopfhaut zählt dazu. „Entscheidend ist, dass die Kopfhaut tatsächlich geschützt wird“, betont die Ärztin. Selbst bei dichtem Haar dringen UV-Strahlen bis zur Haut durch, vor allem im Bereich des Scheitels. Ein Hut oder eine Kappe mit breiter Krempe ist der beste Schutz, aber auch ein Kopftuch oder ein lockerer Zopf verringern die Angriffsfläche. Für zusätzliche Sicherheit empfiehlt die Dermatologin Sonnensprays für die Haare, die speziell für die Kopfhaut entwickelt wurden. Fehlt ein solches Produkt, tut es auch normale Sonnencreme oder ein Sonnenschutzspray – Hauptsache, die Kopfhaut wird bedeckt.
Wie UV-Strahlen die Haarstruktur schädigen
Nicht nur die Kopfhaut, auch die Haare selbst leiden unter der Sonne. Aggressive UV-Strahlen greifen die äußere Schuppenschicht der Haare an und bauen Farbpigmente ab. Die Haare bekommen zwar keinen Sonnenbrand, aber sie trocknen aus, werden strohig, neigen zu Spliss und Haarbruch, und die Farbe bleicht aus. Besonders betroffen sind blondierte oder chemisch behandelte Haare, da ihre Schutzschicht bereits geschwächt ist. Help bieten Leave-in-Sprays mit UV-Filter, die einen unsichtbaren Schutzfilm um jedes Haar legen. Diese Sprays müssen nicht ausgespült werden und lassen sich leicht im Alltag anwenden. Wichtig: Nach jedem Schwimmbadbesuch oder starkem Schwitzen sollte der Schutz erneuert werden, da Wasser und Schweiß die Wirkung vermindern.
Nach dem Sonnenbad: Feuchtigkeit für die Haare
Die intensive Sonneneinstrahlung entzieht den Haaren Feuchtigkeit. Um diesen Verlust auszugleichen, empfehlen sich After-Sun-Shampoos, Conditioner oder Haarmasken mit feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen wie Aloe Vera oder Jojobaöl. Diese Produkte pflegen das Haar geschmeidig und beugen weiterer Trockenheit vor. Wenn die Haare nach der Pflege immer noch strohig aussehen und die Spitzen splissig sind, hilft meist nur ein Besuch beim Friseur: Spitzen schneiden lassen. Das entfernt geschädigte Enden und verhindert, dass der Spliss weiter nach oben wandert. Auch regelmäßiges Kürzen alle sechs bis acht Wochen hält das Haar gesund.
Praktische Tipps für den Alltag
Für den täglichen Schutz im Sommer gilt: Kopfbedeckung nicht vergessen, vor allem in der Mittagszeit, wenn die UV-Strahlung am stärksten ist. Wer längere Haare hat, bindet sie zu einem Dutt oder Zopf – besser noch flechten, da dann weniger Haaroberfläche der Sonne ausgesetzt ist. Für den Scheitel und die Geheimratsecken eignet sich ein Sonnenschutzstick, der sich präzise auftragen lässt. Und auch wenn die Haare kurz sind: Die Kopfhaut freigelegter Stellen, wie am Haaransatz oder an den Schläfen, sollte eingecremt werden. Dr. Schlossberger betont: „Ein konsequenter Schutz der Kopfhaut ist ein wichtiger Beitrag zur Hautkrebsprävention.“



