Statine senken Cholesterin: Ärztin räumt mit Nebenwirkungsängsten auf
Statine senken Cholesterin: Ärztin räumt mit Ängsten auf

Statine für die Herzgesundheit: Cholesterin senken mit Statinen – Ärztin räumt mit Angst vor Nebenwirkungen auf

Berlin. Erhöhte Cholesterinwerte sind gefährlich, bleiben aber häufig ohne erkennbare Symptome. Wann Statine sinnvoll sind und wann sie schaden. Von Ferdinand Heimbach, Redakteur im Ressort Leben 19.06.2026, 08:25 Uhr

Erhöhte Cholesterin-Werte können sich langfristig negativ auf die Herzgesundheit auswirken. Statine kommen bei hohen Cholesterinwerten zum Einsatz. Die Medikamente stehen aber teilweise in der Kritik. Eine Ärztin sagt, was Statine leisten können.

Mit der Diagnose „erhöhte Cholesterinwerte“ können Betroffene häufig nicht wirklich etwas anfangen. Das Problem: Der Leidensdruck ist gering, da die Erkrankung meist ohne Symptome verläuft. Eine flächendeckende Kontrolle der Werte findet ebenso nicht statt. Dabei können die erhöhten Blutfettwerte durchaus dramatische Folgen haben: Laut der Deutschen Herzstiftung ist das Risiko, in der Folge an Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken oder gar zu versterben, um ein Vielfaches erhöht. Grund dafür ist die Arterienverkalkung, die die Blutgefäße verstopfen kann.

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Um dieses Risiko zu mindern, werden in der Regel Statine oder andere cholesterinsenkende Mittel verschrieben. Aber: Gerade um die Statine ranken sich viele Halbwahrheiten – und das, obwohl dem Arzneistoff eine hohe Wirksamkeit und Verträglichkeit zugerechnet werden. Im Gespräch mit dieser Redaktion erklärt Dr. Anja Vogt, Ärztin für Innere Medizin und Leiterin der Stoffwechselambulanz/Lipoproteinapherese der Ludwig-Maximilians-Universität München, wie genau Statine wirken und für wen sie die richtige Wahl sind.

Wie Statine wirken und warum sie oft verschrieben werden

Statine blockieren ein Enzym in der Leber, das für die Produktion von Cholesterin notwendig ist. Dadurch sinkt der Cholesterinspiegel im Blut, insbesondere das „schlechte“ LDL-Cholesterin. Dies verlangsamt die Arterienverkalkung und senkt das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Dr. Vogt betont, dass Statine zu den am besten untersuchten Medikamenten gehören und bei richtiger Anwendung sehr sicher sind.

Häufige Ängste und was wirklich dran ist

Viele Patienten fürchten Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen oder Leberschäden. Die Ärztin räumt auf: „Muskelschmerzen treten tatsächlich bei etwa 5 bis 10 Prozent der Patienten auf, sind aber meist mild und reversibel.“ Schwere Nebenwirkungen wie Rhabdomyolyse (Muskelzerfall) seien extrem selten. Auch Leberschäden sind bei normaler Dosierung kaum zu befürchten; regelmäßige Kontrollen würden ohnehin durchgeführt. Dr. Vogt rät, die Einnahme nicht eigenmächtig abzubrechen, sondern bei Beschwerden das Gespräch mit dem Arzt zu suchen.

Für wen sind Statine sinnvoll?

Statine werden vor allem bei Patienten mit hohem LDL-Cholesterin und zusätzlichen Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck oder Rauchen empfohlen. Auch nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall sind sie Standard. Bei Menschen ohne Risikofaktoren und nur leicht erhöhten Werten reichen oft Lebensstiländerungen wie gesunde Ernährung und Bewegung aus. Die Ärztin betont: „Die Entscheidung für oder gegen Statine sollte individuell getroffen werden, basierend auf dem Gesamtrisiko.“

Fazit: Statine sind wirksam und sicher

Die Angst vor Nebenwirkungen ist oft übertrieben. Statine können Leben retten, indem sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken. Patienten sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen und nicht auf Hörensagen vertrauen. Dr. Vogt abschließend: „Eine unbehandelte Hypercholesterinämie ist gefährlicher als die Einnahme von Statinen.“

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