Eine umfassende wissenschaftliche Studie, veröffentlicht im Fachjournal „Carcinogenesis“, kommt zu dem Ergebnis, dass E-Zigaretten Krebs in Lunge und Mund verursachen können. Die Untersuchung stellt die bisherige Annahme infrage, dass E-Zigaretten eine sicherere Alternative zum Rauchen seien.
„Wenn man alle Erkenntnisse betrachtet – aus klinischen Untersuchungen und Tierstudien, dann werden E-Zigaretten wahrscheinlich Lungenkrebs und Mundkrebs verursachen“, sagte Bernard Stewart, Krebsforscher an der University of New South Wales in Sydney, der die Studie leitete. Die Ergebnisse setzen die milliardenschwere E-Zigaretten-Industrie unter Druck und stellen Gesundheitsstrategien infrage, die auf Dampfen als Alternative setzen.
Die Studie untersuchte erstmals, ob E-Zigaretten eigenständig Krebs verursachen können. Da E-Zigaretten erst seit etwa 20 Jahren verbreitet genutzt werden, stützten sich die Forscher auf Biomarker – frühe Warnsignale im Körper. Die Analyse ergab, dass Dampfer Schwermetalle und andere Chemikalien aufnehmen, die DNA schädigen und Entzündungen auslösen können – beides Kennzeichen der Krebsentstehung.
Tierstudien verstärken die Besorgnis: Mäuse, die E-Zigaretten-Aerosolen ausgesetzt waren, entwickelten deutlich häufiger Lungentumore als Kontrollgruppen. Zudem zeigten sich Veränderungen in der Blase, die mit Krebs in Verbindung stehen. „Es besteht kein Zweifel, dass die Zellen und Gewebe der Mundhöhle und der Lunge durch das Einatmen von E-Zigaretten verändert werden“, so Stewart.
Viele Nutzer dampfen und rauchen gleichzeitig – eine sogenannte Doppelnutzung. Mehr als die Hälfte der Nutzer kann keine der beiden Gewohnheiten aufgeben. Co-Autor Freddy Sitas, Epidemiologe an der University of New South Wales, warnt: „Diejenigen, die sowohl dampfen als auch rauchen, haben ein vierfach erhöhtes Risiko, Lungenkrebs zu entwickeln.“
Gesundheitsexperten betonen, dass die Erkenntnisse nicht als Grund gesehen werden sollten, zu Zigaretten zurückzukehren – diese bleiben weitaus schädlicher. Sitas: „Wir sind immer davon ausgegangen, dass Dampfen sicherer ist als Zigaretten, aber was wir zeigen, ist, dass es möglicherweise doch nicht sicher ist.“



