Die Schock-Studie des Sommers: Das gefährliche West-Nil-Virus hat sich in Berlin dauerhaft niedergelassen. Forscher der Berliner Universitätsklinik Charité schlagen Alarm und warnen: Jeder Mückenstich in der Stadt kann zur Gefahr werden – ganz ohne Fernreise.
West-Nil-Virus in Berlin endemisch
„Das West-Nil-Virus ist in Berlin endemisch“, erklärt Charité-Forscherin Sandra Junglen. Das bedeutet, dass der Erreger nun dauerhaft in der Hauptstadt vorkommt. Für die Untersuchung fingen die Wissenschaftler 24.000 Stechmücken ein. Das erschreckende Ergebnis: Bis zu 6 Prozent der Tiere trugen 2023 den Erreger in sich. Diese Werte sind mit Südeuropa vergleichbar, wo das Virus regelmäßig Menschen krank macht.
Gefahr in Parks, Friedhöfen und Kleingärten
Besonders brisant: Die größte Gefahr lauert nicht im Naturschutzgebiet, sondern dort, wo Berliner alltäglich Zeit verbringen – in Parks, auf Friedhöfen und in Kleingärten. Dort fanden die Forscher die meisten infizierten Mücken. Bestimmte Vogelarten, die dort leben, scheinen das Virus besonders gut zu verbreiten.
Symptome und Risikogruppen
Bei den meisten Infizierten verläuft die Krankheit unbemerkt. Doch etwa jeder Fünfte bekommt grippeähnliche Symptome. Bei einem Prozent der Fälle wird es richtig gefährlich – mit Gehirnhautentzündung. Vor allem ältere Menschen sind bedroht. Bereits 2020 starb eine Person in Sachsen an den Folgen einer West-Nil-Virus-Infektion.
Hohe Dunkelziffer und Klimawandel
Das Erschreckendste: Die Dunkelziffer ist enorm. „Die Zahl der Infizierten in Berlin könnte um mindestens das 100-Fache höher liegen“, sagt Charité-Virologe Victor Corman. Und durch den Klimawandel dürften die Fälle weiter steigen. Die Charité-Forscher fordern daher verstärkte Überwachungsmaßnahmen und Aufklärung der Bevölkerung.



