Vor dem Christopher Street Day (CSD) in Hamburg, zu dem am Samstag Hunderttausende erwartet werden, bleibt die Sicherheitslage angespannt. Die Polizei in der Hansestadt bestätigte, dass sich derzeit fünf sogenannte Gefährder auf freiem Fuß befinden. Alle fünf werden dem religiösen Extremismus zugeordnet, wie eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
19 Gefährder in Hamburg – Mehrheit religiös motiviert
Insgesamt sind in Hamburg 19 Personen als Gefährder eingestuft. Mit 14 Personen stellt die Gruppe des religiösen Extremismus den größten Anteil. Die übrigen fünf verteilen sich auf linksextreme, rechtsextreme und ausländische Ideologien. Eine Gefährder, so die Definition der Polizei, ist jemand, dem schwere Gewalttaten bis hin zu Terroranschlägen zugetraut werden. „Die Gesamtzahl der Gefährder ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben“, sagte die Sprecherin.
Bezug zum Berliner CSD-Anschlag
Die aktuelle Diskussion um Gefährder wird durch den mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag auf den Berliner CSD am Samstagabend befeuert. Der 21-jährige Tatverdächtige war in Berlin ebenfalls als Gefährder geführt und überwacht worden. In Hamburg betont die Polizei, dass man die entsprechenden Personen im Fokus habe. „Dessen kann man sich sicher sein“, so die Sprecherin. Allerdings verweigerte sie Auskünfte zu konkreten Überwachungsmaßnahmen wie Observation oder einer Intensivierung vor dem CSD: „Aus Gründen des Schutzes polizeilicher Taktiken und Arbeitsweisen können wir keine Auskünfte erteilen.“
Innensenator kündigt Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen an
Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hatte nach dem Anschlag von Berlin angekündigt, die Sicherheitsvorkehrungen für den Hamburger CSD zu überprüfen. Die Veranstaltung am Samstag wird voraussichtlich Hunderttausende Teilnehmer anziehen. Die Polizei steht vor der Herausforderung, eine Großveranstaltung unter erhöhten Sicherheitsbedenken zu schützen, ohne konkrete Details zu ihren Maßnahmen preiszugeben.



