13 Jahre Haft für Messerattacke am Holocaust-Mahnmal
13 Jahre Haft für Messerattacke am Holocaust-Mahnmal

Das Berliner Kammergericht hat einen 20-jährigen Syrer zu 13 Jahren Haft verurteilt. Er hatte am 21. Februar 2024 einen spanischen Touristen am Holocaust-Mahnmal in Berlin mit einem Messer attackiert und schwer verletzt. Das Gericht sprach ihn des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und der versuchten Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung schuldig.

Die Tat war radikal-islamistisch motiviert und im Namen des sogenannten Islamischen Staates (IS) begangen worden. Der Angeklagte hatte nach seiner Festnahme einen Zettel mit dem Treueeid des IS bei sich und zeigte eine IS-Geste. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er gezielt das Holocaust-Mahnmal auswählte, um einen Menschen jüdischen Glaubens zu töten.

Das Opfer, der 31-jährige spanische Ernährungswissenschaftler Iker M., erlitt einen 14 Zentimeter langen Kehlschnitt und weitere Schnittwunden im Gesicht. Er überlebte nach Angaben der Richterin nur durch ein „Wunder“. Das Trauma belastet ihn bis heute; er leidet unter Flashbacks und ist nicht arbeitsfähig.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Der Angeklagte, der 2023 nach Deutschland gekommen war, hatte zunächst geschwiegen, aber am 15. Prozesstag gestanden. Er gab an, von einem IS-Mitglied im Internet unter Druck gesetzt worden zu sein, das ihn zu einem Attentat aufgefordert habe. Das Gericht hielt seine Aussage, er habe die Bedeutung des Mahnmals nicht gekannt, für eine Schutzbehauptung.

Das Urteil blieb unter der Forderung der Bundesanwaltschaft nach lebenslanger Haft, aber über dem Antrag des Verteidigers auf sieben Jahre nach Jugendstrafrecht. Das Gericht berücksichtigte, dass der Täter nicht vorbestraft war, sich stellte und die Tat nur versuchte. Der Nebenklageanwalt des Opfers nannte das Urteil gerecht und ein „deutliches Signal“.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration