Ein Fall von unfassbarer Grausamkeit erschüttert die USA: Joel (44) und Jennifer Kohnert (45) aus Coral Springs, Florida, müssen sich ab sofort vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ehepaar vor, ihr Adoptivkind über einen Zeitraum von rund drei Jahren in einem Zimmer eingesperrt zu haben – während die sechs leiblichen Kinder im selben Haushalt ein völlig normales Leben führen durften.
Die Umstände der Gefangenschaft
Das heute 12-jährige Mädchen, dessen Name nicht veröffentlicht wird, wurde im Alter von zwei Monaten von den Kohnerts adoptiert. Mindestens die letzten drei Jahre verbrachte es in einem Raum, dessen Tür und Fenster mit dicken Schlössern gesichert waren. Laut Polizei und einer eidesstattlichen Erklärung des Opfers durfte das Kind die Toilette nicht benutzen und musste seine Notdurft in die drei einzigen Kleidungsstücke verrichten, die ihm zur Verfügung standen. Die verschmutzte Kleidung musste es selbst in einem Eimer waschen. Geschlafen wurde auf einer Luftmatratze, und eine auf laut gestellte Geräuschmaschine übertönte die Stimmen der anderen Familienmitglieder.
Die einzigen Freiheiten: Baden im Garten und Schulbesuch
Das Mädchen durfte das Zimmer nur verlassen, um im Garten zu baden – unabhängig von der Jahreszeit, selbst im Winter. Zudem besuchte es die Schule. Dort offenbarte es sich schließlich einer Lehrkraft, woraufhin die Behörden eingeschaltet wurden. Als Polizisten das Kind befreiten, fanden sie die Schlafzimmer der leiblichen Kinder „sauber und ordentlich eingerichtet“ vor, wie ein Beamter bei einer Anhörung aussagte. Die Eindrücke deckten sich mit den Schilderungen des Opfers.
Die Anklage und mögliche Strafen
Die Kohnerts, die sich selbst als „tief religiöse Christen“ bezeichnen, plädieren auf nicht schuldig. Ihnen drohen bei einer Verurteilung wegen sechs Anklagepunkten, darunter schwere Kindesmisshandlung, jeweils bis zu 30 Jahre Haft. Die vier noch minderjährigen leiblichen Kinder des Paares wurden in Obhut genommen.



