Der Vater eines Säuglings, der vor mehr als zehn Tagen aus dem Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen verschwunden war, ist in Italien festgenommen worden. Die Polizei fahndete mit einem Europäischen Haftbefehl nach dem Mann, der verdächtigt wird, das Kind misshandelt zu haben. Das Baby war aufgrund des Verdachts auf einen Übergriff durch den Vater zur Beobachtung in der Klinik. Berichten zufolge soll auch der Säugling inzwischen wieder aufgetaucht sein; dies bestätigte ein Polizeisprecher jedoch nicht.
Hintergründe der Entführung
Der Säugling wurde seit dem 16. Juli vermisst. Eine Sprecherin des Klinikums bestätigte, dass das Baby dort behandelt und unerlaubt von der Mutter mitgenommen worden sei. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den Vater. Die Mutter war offenbar an der Entführung beteiligt, indem sie das Kind ohne Erlaubnis aus der Klinik holte. Über ihren Verbleib liegen derzeit keine Informationen vor.
Ermittlungen und rechtliche Schritte
Die Polizei hatte nach Angaben eines Sprechers mit einem Europäischen Haftbefehl nach dem Vater gefahndet. Dieser konnte nun in Italien festgesetzt werden. Die genauen Umstände der Festnahme sind noch nicht bekannt. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Kindesmisshandlung laufen weiter. Es wird geprüft, ob der Vater nach Deutschland ausgeliefert wird.
Die Sprecherin des Schwarzwald-Baar-Kreises erklärte, dass aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Angaben gemacht werden könnten, ob und in welchem Umfang das Jugendamt in diesem Fall beteiligt sei. Grundsätzlich werde das Jugendamt bei Anhaltspunkten für eine mögliche Kindeswohlgefährdung tätig. „Zum Schutz des Kindeswohls können oder müssen je nach Fall außerdem das Familiengericht und die Strafverfolgungsbehörden beteiligt werden“, so die Sprecherin.
Reaktionen und Ausblick
Der Fall hatte in der Region für Aufsehen gesorgt. Das Klinikum kooperiert nach eigenen Angaben vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden. Die Polizei bittet die Öffentlichkeit weiterhin um Hinweise, insbesondere zum Verbleib der Mutter. Es bleibt abzuwarten, ob die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt und ob der Vater in Untersuchungshaft kommt. Der Säugling soll inzwischen in Sicherheit sein.



