Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen drei Brüder im Alter von 32, 25 und 23 Jahren erhoben, die im Januar 2026 einen 44-jährigen türkischen Familienvater in Berlin-Weißensee mit neun Schüssen getötet haben sollen. Die Tat ereignete sich am 31. Januar, als das Opfer auf dem Weg zur Arbeit in seinem Transporter war. Mehrere Kugeln trafen Herz und Lunge, der Mann starb noch am Tatort. Die Festnahmen der Brüder erfolgten zwischen Februar und April 2026.
Hintergrund: Massenschlägerei im Juli 2025
Den Ermittlungen zufolge handelt es sich um einen Rachemord. Auslöser war eine Massenschlägerei am 19. Juli 2025 vor dem Café San in der Bastianstraße im Ortsteil Gesundbrunnen. Dabei wurde ein 31-jähriger Cousin der drei Brüder mit einem Messer attackiert und so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus starb. Der mutmaßliche Messerstecher (25) wurde bei der Auseinandersetzung ebenfalls verletzt. Er ist offenbar ein Verwandter des im Januar erschossenen Familienvaters. Ob der getötete 44-Jährige selbst an dem Konflikt beteiligt war, ist unklar.
Mordkomplott ab Oktober 2025
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Brüder und weitere unbekannte Mittäter aus der Familie im Oktober 2025 beschlossen, die Tötung ihres Cousins mit dem Mord zu vergelten. „Den 25 und 32 Jahre alten Beschuldigten wird gemeinschaftlicher Mord aus niederen Beweggründen, Verstoß gegen das Waffengesetz und versuchte Brandstiftung vorgeworfen“, sagte Sprecher Michael Thomas Petzold. Ein jüngerer Bruder (23) und der 32-Jährige sollen zudem das Tat- und Fluchtfahrzeug in Brand gesteckt haben.
Ermittlungen laufen weiter
Zwei der Brüder hielten sich ohne gültige Aufenthaltserlaubnis in Deutschland auf und waren polizeilich bisher nicht aufgefallen. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. „Es ist davon auszugehen, dass sie es nicht alleine waren“, so der Sprecher. Die Staatsanwaltschaft vermutet weitere Beteiligte an dem Mordkomplott.



