Block-Prozess: Gutachten über Kinder wird zum Schlüsselfaktor
Block-Prozess: Gutachten über Kinder als Schlüsselfaktor

Im wendungsreichen Prozess gegen Christina Block, Gerhard Delling und fünf Mitangeklagte rücken erneut die Kinder der Unternehmerin aus ihrer geschiedenen Ehe mit Stephan Hensel in den Vordergrund. Elf Monate nach Prozessbeginn am 11. Juli 2025 sind Klara und Theo über ihre Anwältin als „stille“ Nebenkläger an dem Mammutverfahren beteiligt. Die in der Neujahrsnacht 2024 aus der Obhut ihres Vaters verschleppten Kinder haben in der Sachverständigen Mareike Schüler-Springorum eine weitere Verbündete. Sie wird in Kürze ihr Gutachten über die psychische Situation der beiden vorlegen.

Fokus verschiebt sich auf Sorgerechtsstreit

Durch das bevorstehende Gutachten rückt der Nukleus der jahrelangen Auseinandersetzung wieder in den Mittelpunkt: der Sorgerechtsstreit zwischen Block und Hensel. Neben handfesten Aspekten wie dem spät in der Ehe geschlossenen Ehevertrag, der Scheidungsvereinbarung mit einer Abfindung für Hensel und dem jahrelang nicht gezahlten Kindesunterhalt tauchten im Prozess immer wieder gegenseitige Vorwürfe auf, die Kinder unangemessen zu behandeln.

Vorwürfe der Manipulation und Gewalt

Christina Block warf ihrem Ex-Mann vor, die Kinder gegen sie zu manipulieren und von einer Entfremdung von der Mutter war die Rede. Stephan Hensel wies dies zurück und wiederholte die Gewaltvorwürfe der Kinder gegen die Mutter aus der Zeit, als sie etwa sieben Jahre mit vier Kindern alleinerziehend war. Seit 2021 leben Johanna, Klara und Theo in Dänemark, während Greta weiterhin in Hamburg wohnt.

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Aussage des Psychologen Stefan Rücker

Am 54. Prozesstag, dem 11. Juni 2026, sagte erneut der von Christina Block herangezogene Psychologe Stefan Rücker aus. Auf Fragen von Blocks Verteidiger Ingo Bott erklärte Rücker, er habe stets darauf gedrängt, den legalen Weg zu gehen, um die Kinder nach Hamburg zu holen. „Ich bin kein Anwalt, ich bin Psychologe“, betonte er. Dennoch sei es darum gegangen, „wie man der Kinder habhaft werden kann“. Rücker räumte ein, Kontakte zum mitangeklagten Block-Anwalt C. sowie zum prominenten Strafverteidiger Johann Schwenn gehabt zu haben. Letzteren traf er bei der Firma System 360 Grad, dem Unternehmen des ehemaligen BND-Präsidenten August Hanning.

Vorschläge zur Annäherung

Vor der Rückholaktion soll es Vorschläge gegeben haben, dass Christina Block ein Haus in Dänemark kauft, um näher an den Kindern zu sein. Rücker hatte auch Kontakt zum Familienanwalt von Stephan Hensel, Gerd Uecker. Trotz der Vertretung der streitenden Parteien hofften beide offenbar auf eine Annäherung. „Ich hatte die Hoffnung, dass sich in einer ausweglosen Situation doch noch Türen öffnen“, so Rücker.

Auswirkungen auf das Urteil

Die heutige Situation der Kinder und ihre Befindlichkeiten können sich auf ein mögliches Urteil auswirken. Wurden sie nachhaltig traumatisiert? Wurde ihnen Gewalt angetan? Diese Fragen lassen sich vermutlich nicht mehr bagatellisieren, auch wenn Christina Block erklärte, sie habe dies nie gutgeheißen, und die geständigen Kidnapper aus Israel sagten, das sei nie der Plan gewesen. Die Unternehmerin hat eine Beteiligung an der Rückholaktion in der Silvesternacht bestritten. Der Prozess wird vermutlich bis August mit Zeugenaussagen und Anträgen fortgesetzt.

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