Bodycam-Videos nach eskaliertem Polizeieinsatz in Berlin analysiert
Bodycam-Videos nach eskaliertem Polizeieinsatz analysiert

Eskalation nach Straßenfest in Berlin-Friedrichshain

Nach einem ausgelassenen Straßenfest in der Kreutzigerstraße in Berlin-Friedrichshain kam es in der Nacht zum 7. Juni zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Besuchern und Polizisten. Die Ereignisse, die zu mehreren Verletzten führten, werden nun intensiv untersucht. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Aufnahmen aus den Bodycams der eingesetzten Polizeibeamten.

Bodycam-Videos als Beweismittel

Polizeipräsidentin Barbara Slowik-Meisel informierte den Innenausschuss des Abgeordnetenhauses darüber, dass die Bodycam-Aufnahmen der Polizisten derzeit ausgewertet werden. Diese Videos zeigen den gesamten Verlauf des Geschehens. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft prüfe die Polizei, ob ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt gegen einen oder mehrere Polizisten eingeleitet wird. Bislang liegen keine Anzeigen von beteiligten Bürgern vor. Der Bürgerbeauftragte für die Polizeiarbeit hat sich bereits eingeschaltet.

Der Linke-Abgeordnete Niklas Schrader äußerte, dass aufgrund mehrerer Zeugenvideos ein „Anfangsverdacht“ wegen Körperverletzung gegen einen Polizisten bestehe.

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Der Vorfall im Detail

Nach Schilderungen von Slowik-Meisel begann die Eskalation, als ein Mann auf der Frankfurter Allee einen Streifenwagen stoppte und die Beamten beleidigte. Er flüchtete durch einen Durchgang in die Kreutziger Straße, wurde festgenommen und aufgrund seines Widerstands und Fluchtversuchen gefesselt. Daraufhin solidarisierten sich andere Menschen und störten die polizeilichen Maßnahmen. Es kam zu Angriffen, Widerstand, Beleidigungen und versuchten Befreiungen. Fünf Polizisten wurden verletzt, vier Störer vorübergehend festgenommen.

Video zeigt hitzige Szenen

Ein 15-minütiges Video im Internet dokumentiert, wie Polizisten den Durchgang sperren. Im Dunkeln liegt eine Person am Boden und wird später abgeführt. In den folgenden zehn Minuten versammeln sich zunehmend aggressive und betrunkene Menschen, die die Polizei beschimpfen, weil sie nicht durchgelassen werden. Es entsteht eine hitzige Diskussion. Ein älterer Mann ruft „Provokateure“, ein anderer „irgendwelche Arschlöcher“. Daraufhin stürmt ein Polizist auf einen Mann zu und ruft: „Was haben Sie gesagt? Arschloch? Arschloch?“ Es folgen heftige Rangeleien, bei denen ein Mann zu Boden gestoßen und gefesselt wird.

Betroffener erhebt schwere Vorwürfe

Bei dem Betroffenen handelt es sich offenbar um Martin Bialluch (57), ehemaliger Bremer Linke-Staatsrat und Brandenburger Vize-Regierungssprecher. Er warf der Polizei Gewalt vor. In der RBB-„Abendschau“ sagte er: „Irgendwann schubste mich der eine Polizeibeamte da weg, keine Ahnung warum. Irgendwann sprang der auf mich los, schlug auf mich ein und es kamen immer mehr Beamte dazu. Ich war da in so einer Art Traube, bis ich dann irgendwann auf den Boden geklatscht wurde und dann weiter geschlagen und getreten.“ Er erlitt Wunden an Stirn und Augenbraue sowie eine Rippenprellung.

Die Polizei hingegen teilte mit, dass der 57-Jährige einen Polizisten beleidigt habe. Als der Beamte auf ihn zuging, habe Bialluch ihm ins Gesicht geschlagen und nach ihm getreten. Daraufhin wurde er vorläufig festgenommen. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Beleidigung, des tätlichen Angriffs und des Widerstands.

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