Ein 35-jähriger Deutscher hat am Morgen des 16. Juli 2026 in einer Außenstelle des Landratsamts in Finsterwalde (Brandenburg) ein Feuer gelegt. Nach Angaben der Polizei wurden vier Menschen mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Die Landkreisverwaltung spricht von fünf Verletzten.
Tatablauf: Bedrohung und Brandlegung
Der Verdächtige betrat die Ortsstelle der Kreisverwaltung des Landkreises Elbe-Elster kurz nach 8 Uhr. Laut Polizeisprecher bedrohte und beleidigte er zunächst eine Sachbearbeiterin. Anschließend legte er in einem Büro das Feuer. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen und betreute 20 bis 30 evakuierte Menschen. „Es hat eine ordentliche Rauchentwicklung gegeben“, so der Polizeisprecher.
Hintergrund: Jugendamt im Fokus
Ein Sprecher der Landkreisverwaltung bestätigte, dass der Angriff in der Außenstelle stattfand, in der unter anderem das Amt für Jugend und Soziales untergebracht ist. Es sei um Jugendbelange gegangen, genauere Angaben machte er nicht. Laut dpa wollte der Verdächtige mit einer Mitarbeiterin über einen Fall sprechen. Der Polizeisprecher erklärte, der Mann habe vermutlich einen Brandsatz dabei gehabt. Es sei eine Flüssigkeit „hingeworfen“ worden, die kurzzeitig Flammen verursachte.
Folgen: Dienstbetrieb eingestellt
Der Dienstbetrieb am Standort Finsterwalde wurde für den restlichen Tag vollständig eingestellt. Bis einschließlich Montag entfallen sämtliche Sprechzeiten und Termine. Wann der Standort wieder geöffnet wird, hängt von den weiteren Untersuchungen und der Schadensbewertung ab. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen psychologisch betreut werden. Das Gebäude bleibt vorerst gesperrt. Die Polizei ermittelt nun die genauen Umstände der Brandlegung.
Gewalt gegen Jugendamtsmitarbeiter
Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Übergriffen auf Beschäftigte in Jugendämtern. Diese erleben regelmäßig Beschimpfungen, Drohungen und Gewalt. Die Debatte über besseren Schutz für Mitarbeiter wird durch solche Vorfälle immer wieder neu entfacht.



