Todesfahrt beim CSD Berlin: Ein Toter, 29 Verletzte – Fahndung nach Abdul Ballout
CSD-Anschlag Berlin: 1 Toter, 29 Verletzte – Täter flüchtig

Am Sonntag erschütterte ein Angriff auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin die Hauptstadt. Ein 21-jähriger Mann fuhr mit einem Kleinbus in eine Menschenmenge im Tiergarten – außerhalb des abgesicherten CSD-Bereichs. Dabei starb eine Person, 29 weitere wurden teils schwer verletzt. Der Tatverdächtige Abdul Ballout, ein deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund, ist weiterhin auf der Flucht. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach ihm.

Islamistischer Hintergrund bestätigt

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnete die Tat als „islamistischen Terroranschlag“. Ballout sei bereits polizeibekannt und wegen Straftaten verurteilt gewesen – zuletzt zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre gefordert und Rechtsmittel eingelegt. Laut Dobrindt sympathisiert Ballout mit dem Islamischen Staat (IS). Nach der Todesfahrt soll er zudem mit einer Machete auf Passanten eingestochen haben.

Trauerkundgebung und politische Reaktionen

Am Nachmittag versammelten sich 8.000 bis 10.000 Menschen auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor zu einer Trauerkundgebung. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) betonte, der Anschlag habe sich außerhalb der gesicherten CSD-Strecke ereignet. Er dankte der Polizei für die Evakuierung. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach bei einer Andachtsfeier in der St.-Marienkirche den Opfern sein Mitgefühl aus und rief die queere Community zum Zusammenhalt auf: „Wir sind mehr, wir sind stärker und wir halten in unserem Land zusammen.“

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Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Polizeisprecher Florian Nath erklärte, Hunderte Einsatzkräfte seien an der Fahndung beteiligt. In der Nacht seien Durchsuchungen in mehreren Stadtbezirken durchgeführt worden. Das Tatfahrzeug – ein weißer Kleinbus – stecke noch im Tiergarten fest und werde von Gutachtern untersucht. Eine zweite Tatverdächtigen-Hypothese bestehe noch, sei aber noch nicht gerichtsfest. Verletzte schweben nach Polizeiangaben nicht mehr in Lebensgefahr. Nath wies zudem die Frage nach einem unterlassenen Cell Broadcast zurück: Bei der Menschenmenge hätte ein Alarm Panik auslösen können; man habe stattdessen eine kontrollierte Räumung durchgeführt.

Stimmen aus der Community

Die Aktivistin und Dragqueen Barbie Breakout warnte auf der Kundgebung vor Spaltung und Islamfeindlichkeit: „Lasst euch nicht von den Taten einer extremen Ideologie in die Arme einer anderen treiben.“ Der Autor Gianni Jovanovic rief dazu auf, Räume für Gespräche zu schaffen und die Demokratie zu verteidigen. Die Organisatorin Theresa Zanon von den D-Dur Dykes betonte: „Zusammensein ist die größte Revolution.“ Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zum Aufenthaltsort von Abdul Ballout.

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