CSD-Anschlag Berlin: Polizei prüft zweiten Täter nach ausgelöstem Beifahrer-Airbag
CSD-Anschlag: Polizei prüft zweiten Täter

Nach der tödlichen Fahrt eines Transporters in eine Menschenmenge beim Berliner Christopher Street Day (CSD) laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Polizei schließt nicht aus, dass neben dem flüchtigen Abdul B. eine weitere Person beteiligt gewesen sein könnte. Ein ausgelöster Beifahrer-Airbag und mehrere Zeugenaussagen deuten darauf hin.

Festnahme eines Iraners noch in der Nacht

Noch in der Nacht nach dem Anschlag soll es eine Festnahme gegeben haben. Nach Informationen des RBB handelt es sich um einen iranischen Staatsbürger. Die Polizei geht davon aus, dass dieser Mann zum Tatzeitpunkt im Fahrzeug saß. Die genaue Rolle des Festgenommenen wird derzeit geprüft.

Der „Tagesspiegel“ berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass bei dem Zusammenprall des Wagens mit einem Baum nicht nur der Airbag auf der Fahrerseite auslöste, sondern auch der Beifahrer-Airbag. Dies ist ein zentraler Grund, warum die Ermittler einen zweiten Tatverdächtigen nicht ausschließen. Allerdings ist der ausgelöste Airbag kein eindeutiger Beleg: In einigen Automodellen entfalten sich bei einem Aufprall grundsätzlich beide Airbags, unabhängig davon, ob der Beifahrersitz besetzt ist. In anderen Fahrzeugen lösen sie nur aus, wenn eine Person auf dem Sitz sitzt. Die Polizei untersucht nun das genaue Modell des Transporters, um die Airbag-Funktionsweise zu klären.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Zeugen berichten von Stichen und einer Machete

Zeugenaussagen verstärken den Verdacht auf eine zweite Person. Einige Menschen berichteten, durch Stiche verletzt worden zu sein. Zudem wollen mehrere Zeugen einen schwarz gekleideten Mann mit einer Machete gesehen haben. Die Polizei prüft diese Angaben. Auch von einem möglichen zweiten Täter ist in den Aussagen die Rede. Allerdings betonen die Ermittler, dass diese Hinweise noch nicht bestätigt sind und weiterer Überprüfung bedürfen.

Der weiße Van war am Samstagabend in der Nähe des Potsdamer Platzes in die Menschenmenge gefahren. Am Steuer des Fahrzeugs soll der gesuchte Abdul B. gesessen haben. Laut Polizei erlitt eine Frau tödliche Verletzungen. Neben der Toten gibt es nach Angaben der Feuerwehr 16 Verletzte: Drei von ihnen schweben in Lebensgefahr, acht wurden schwer und fünf leicht verletzt. Alle lebensbedrohlich und schwer verletzten Personen wurden in Krankenhäuser gebracht. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar, die Ermittlungen zu Motiv und möglichen Mittätern dauern an.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration