Ex-SVP-Politiker soll Mutter und Tochter betäubt und vergewaltigt haben
Ex-Politiker soll Mutter und Tochter vergewaltigt haben

Iwona L. (45) und ihre Tochter Paula (heute 18) haben sich entschlossen, öffentlich über das Unfassbare zu sprechen, das ihnen widerfahren ist. Der Mann, dem Iwona L. vertraute, der Ex-SVP-Politiker Patrick F. (57), soll die beiden Frauen über einen längeren Zeitraum hinweg betäubt, vergewaltigt und gefilmt haben. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau hat Anklage gegen den ehemaligen Grossrat erhoben – unter anderem wegen mehrfachen versuchten Mordes.

Der schockierende Fund im Kinderzimmer

Im September 2023 wurde Patrick F. festgenommen. Seine damalige Lebenspartnerin Iwona L. hatte ihn im Zimmer ihrer damals 15-jährigen Tochter überrascht, wie er sich sexuell an dem Mädchen verging. „Er war verschwitzt und hielt eine Kamera in der Hand“, schilderte sie gegenüber Schweizer Medien. Dieser Vorfall war der Auslöser für die Ermittlungen, die ein Ausmass an Grausamkeit offenbarten, das niemand für möglich gehalten hätte.

Bei den Durchsuchungen der Wohnung und der Datenträger von Patrick F. stiessen die Ermittler auf unzählige Videos und Aufnahmen, die weitere Taten und Opfer dokumentieren. Auch Iwona L. selbst wurde Opfer. Sie sah Ausschnitte der Videos und sagte der Zeitung „Blick“: „Alles, was man sich unter einer Vergewaltigung vorstellt, wurde übertroffen.“

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Anklage wegen versuchten Mordes

Die Staatsanwaltschaft wirft Patrick F. vor, „eine erwachsene Frau sowie eine Minderjährige wiederholt und eine weitere erwachsene Frau einmal in einen widerstandsunfähigen Zustand versetzt und in der Folge sexuell missbraucht zu haben“. Die Opfer wurden mit K.-o.-Tropfen betäubt. Nach Einschätzung der Behörde „befanden sich die Opfer durch die Verabreichung der Substanzen wiederholt in einem akut lebensbedrohlichen Zustand, der jederzeit zu einem Erstickungstod hätte führen können.“ Deshalb lautet die Anklage nicht nur auf Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, sondern auch auf mehrfachen versuchten Mord.

Paula L. sagte gegenüber Medien: „Ich hätte mehrmals sterben können.“ Wie oft der Ex-Politiker die Frauen missbrauchte, gab die Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Laut „Blick“ sollen es bei Mutter und Tochter insgesamt 40 Mal gewesen sein.

Der Täter: Ein Hardliner gegen Ausländerkriminalität

Patrick F. sass zwei Jahre lang für die Schweizerische Volkspartei (SVP) im Grossen Rat des Kantons Aargau. Er galt als Hardliner in der Ausländerpolitik und unterzeichnete eine Aufforderung an die Regierung, pädosexuelle Straftäter mit einem Tätigkeitsverbot zu belegen. Nach seiner Festnahme legte er alle Ämter nieder und trat aus der Partei aus. Die Vorwürfe bestreitet er.

Opfer droht Ausweisung und Geldstrafe

Doch für Iwona L. und ihre Tochter ist das Leid noch nicht zu Ende. Neben den traumatischen Erlebnissen droht der gebürtigen Polin nun auch noch die Ausweisung aus der Schweiz. Das Migrationsamt der Gemeinde ermittelt wegen eines „Scheinarbeitsverhältnisses“, da Patrick F. seiner Lebensgefährtin als Haushälterin keinen Lohn zahlte. Ihr droht eine hohe Geldstrafe und die Ausweisung.

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft

Die Staatsanwaltschaft hat wegen der Schwere der Vorwürfe eine lebenslange Haftstrafe beantragt. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest. Patrick F. befindet sich seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Die mutigen Aussagen der Opfer sollen nun dazu beitragen, dass die Taten nicht im Dunkeln bleiben und der Täter die gerechte Strafe erhält.

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