Fall Fabian: Gina H. will doch aussagen – Zeugin bricht zusammen
Fall Fabian: Gina H. will aussagen – Zeugin bricht zusammen

Im Fall des gewaltsam getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich eine überraschende Wende ab. Die wegen Mordes angeklagte Gina H. will nach monatelangem Schweigen nun doch aussagen oder zumindest eine schriftliche Erklärung verlesen, wie ihr Anwalt Thomas Löcke gegenüber dem „Nordkurier“ mitteilte. Die Prozesspause im Juli solle genutzt werden, um die Einlassung vorzubereiten. Gina H. wolle einige Sachverhalte richtigstellen.

13. Prozesstag mit dramatischen Szenen

Am Donnerstag fand der 13. Prozesstag vor dem Landgericht Rostock statt. Statt der geplanten vier Zeugen, darunter drei Polizisten, konnte nur Heike M., die Nachbarin von Gina H., vernommen werden. Als die Frau vom Fundort der Leiche berichtete, brach sie im Gerichtssaal zusammen. Der Prozess wurde daraufhin unterbrochen, wie „RND“ berichtet.

Seltsames Telefonat vor dem Leichenfund

Zuvor hatte Heike M. ausführliche Details zu dem Tag vor dem Fund von Fabians Leiche geschildert. Sie berichtete von einem seltsamen Telefonat mit Gina H. am Montag. Die Angeklagte habe gesagt: „Ich habe so ein komisches Gefühl im Magen, dass Fabian nicht mehr lebt. Ich spüre das irgendwie.“ Auch das Ende des Gesprächs kam der Zeugin merkwürdig vor. Gina H. habe zum Abschied gesagt: „Ich gehe noch mal los. Mit den Jungs.“ Vermutlich meinte sie die beiden anderen Zeugen, die sie zum Fundort führte.

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Spaziergang zur Leiche

Anschließend schilderte die Zeugin den Moment, als Gina H. sie zur Leiche des achtjährigen Fabian führte – bei einem vermeintlich normalen Spaziergang. Weil der Weg zur Fundstelle glitschig und abschüssig war, sei Gina H. allein hingegangen. „Ich kam mir vor wie im falschen Film“, zitierte „RND“ die Zeugin. Nach ein paar Minuten sei sie zurückgekommen und habe gesagt, dass Fabian schlimmer aussehe als beim ersten Mal. Daraufhin habe Heike M. gefragt, ob sie nun die Polizei rufen solle. Gina H. griff erst dann zum Handy.

Verdacht auf Spurenmanipulation

Heike M. äußerte vor Gericht den Verdacht, dass Gina H. zur Leiche wollte, um frische Spuren zu hinterlassen. Die Angeklagte und Ex-Partnerin des Vaters hatte ihr erzählt, dass sie Fabian in der Nacht gefunden habe. Nachdem Gina H. im Beisein der Nachbarin die Polizei zum Leichenfundort gerufen hatte, habe sie bis zum Eintreffen der Beamten an ihrem Handy gespielt und sei nicht aufgelöst oder unruhig gewesen. Heike M. gab zu Protokoll, dass sie und Gina H. nicht zufällig an der Stelle vorbeigekommen seien, sondern von der Angeklagten gezielt dorthin geführt worden sei. Sie äußerte den Verdacht, von Gina H. als Alibi benutzt worden zu sein.

Unfassbare Aussagen gegenüber der Polizei

Anschließend zitierte der Richter aus dem Protokoll eines Polizisten, der am Fundort mit Gina H. gesprochen hatte. Demnach soll die Angeklagte gesagt haben, dass Fabians Mutter „selber schuld“ am Tod des Jungen sei, da sie ihn oft über mehrere Stunden allein gelassen habe. Zum Leichenfundort äußerte sich Gina H. dem Protokoll zufolge mit den Worten: „Als wenn jemand gewusst haben müsste, dass dort eine Schweinekuhle sei, die sich eigne, um jemanden bewusst zu entsorgen.“

Für den Prozess am Landgericht Rostock sind insgesamt 17 Verhandlungstage angesetzt. Der Angeklagten wird heimtückischer Mord vorgeworfen. Der achtjährige Fabian verschwand am 10. Oktober aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow. Vier Tage später wurde seine Leiche in einem Waldstück nahe Klein Upahl gefunden.

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