Freundin bricht im Mordprozess um Fabian (†8) in Tränen aus
Freundin bricht im Mordprozess um Fabian in Tränen aus

Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat eine Aussage am 17. Verhandlungstag besonders erschüttert. Sabine H., eine langjährige Familienfreundin der Angeklagten Gina H. (30), schilderte vor dem Landgericht Rostock ein Telefonat, das sie nach dem Fund der Leiche führte. Statt einer weinenden, gebrochenen Frau habe sie am anderen Ende der Leitung eine völlig emotionslose Stimme gehört. „Gina war extrem kalt“, sagte Sabine H. unter Tränen.

Nachbarin hatte sofort einen Verdacht

Bereits zuvor hatten fünf Zeugen ausgesagt. Eine Nachbarin, die Gina H. fast täglich beim Spazierengehen traf, berichtete, dass ihr sofort ein Gedanke durch den Kopf schoss, als sie vom Verschwinden des Jungen erfuhr: „Gina! Mir lief es eiskalt den Rücken herunter.“ Für sie sei sofort klar gewesen, dass die Angeklagte etwas damit zu tun habe. Nach dem Verschwinden des Jungen habe Gina H. normal im Garten gearbeitet. „Ich als Laie fand das komisch“, sagte die Nachbarin.

Eine weitere Nachbarin aus Reimershagen schilderte belastende Eindrücke. Sie beschrieb Gina H. als eiskalt und berechnend, obwohl sie kaum persönlichen Kontakt hatte. Vieles habe sie über die zwei Meter hohe Hecke zwischen den Grundstücken mitbekommen. Verteidiger Andreas Ohm tat Teile dieser Aussagen als „Dorftratsch“ ab und betonte, vieles sei nicht belastbar.

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Telefonat offenbart angebliche Kälte

Sabine H. kennt die Familie seit vielen Jahren, Gina H. bereits seit deren Kindheit. Als sie im Radio hörte, dass Gina H. Fabian gefunden hatte, bot sie ihr ein Telefonat an. Sie habe zunächst befürchtet, jemand habe Gina H. manipuliert – und sie decke nun den wahren Täter. Doch was sie dann hörte, erschütterte sie: „So nett war Fabian gar nicht, wie sie ihn jetzt darstellen“, soll Gina H. gesagt haben. Auch der Gedenkgottesdienst und „der Aufriss, den sie veranstalten“, hätten sie genervt. „Ich war erschrocken, wie schnodderig und großkotzig sie mit der Sache umging“, sagte Sabine H. Den Anruf bereue sie bis heute.

Über den Achtjährigen soll Gina H. weiter gesagt haben: „Das ganze Drumherum kotzt mich an. Mein Name ist im Eimer, und in den Medien wird berichtet, dass er so ein lieber Junge ist. Der hat über Jahre versucht, uns auseinanderzubringen. Der hatte es nur darauf abgesehen, uns auseinanderzubringen.“ Eine liebende „Ziehmama“ rede nicht so über ein Kind, sagte Sabine H. vor Gericht.

Zeugin weint während Aussage

Während ihrer gesamten Aussage kämpfte die Zeugin mit den Tränen. „Die Gina, die ich kenne, habe ich von Herzen gern“, schluchzte sie. Nach dem Telefonat habe sie die ganze Nacht durchgeweint. Als Sabine H. nach ihrer Aussage den Zettel für ihre Fahrtkostenerstattung am Richterpult abholte, zitterten ihre Hände. Sie blickte noch einmal lange zu der Frau, die sie schon seit Jahren kennt. Gina H. senkte ihren Kopf und erwiderte diesen letzten Blick nicht.

Der Prozess gegen Gina H. wird fortgesetzt. Die Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Fabian war am 14. Oktober 2025 tot an einem Tümpel in Klein Upahl gefunden worden.

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