Im Fall von Vergewaltigungsvorwürfen gegen mehrere Jugendliche in Halle wird die Staatsanwaltschaft vorerst keinen Haftantrag stellen. Wie Oberstaatsanwalt Dennis Cernota der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, gehe man nach derzeitigem Ermittlungsstand davon aus, dass es sich um ein freiwilliges Zusammentreffen der Personen handele. „Anders als zunächst angenommen“, so Cernota. Die Anwesenden hätten sich zum Teil vor dem Geschehen gekannt, in einem Fall seien sie verwandt.
Hintergrund des Falls
Der Fall war am Wochenende bekannt geworden. Nach ersten Informationen der Polizei in der Stadt im Süden Sachsen-Anhalts wurden vier Jugendliche im Alter von 13 und 16 Jahren vorläufig festgenommen. Ein 13-Jähriger wurde wenig später wieder freigelassen. Ihnen wurde die Vergewaltigung von vier Mädchen vorgeworfen.
Zwei der Mädchen waren am Samstag zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht worden. Die beiden anderen wurden ambulant behandelt. Bei den Untersuchungen wurde laut Polizei auch überprüft, ob den Mädchen möglicherweise bewusstseinsbeeinflussende Substanzen verabreicht wurden.
Ermittlungen zum Ablauf des Abends
Anschließend wurde geprüft, ob gegen die drei strafmündigen Jugendlichen ein Haftantrag gestellt werden soll. Alle Beteiligten haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Migrationshintergrund.
Der Staatsanwaltschaft zufolge hatten sich die Jugendlichen am Samstagabend in einem Mehrfamilienhaus im Süden von Halle getroffen. „Die Initiative für das Treffen ging von den Geschädigten selbst aus“, sagte Cernota. Sie hätten auch Alkohol besorgt, „der von nahezu sämtlichen Anwesenden in erheblichem Umfang konsumiert worden ist“, so der Oberstaatsanwalt.
Im Verlauf des Abends sei es dann zu sexuellen Handlungen gekommen, „wobei die genauen Umstände Gegenstand der laufenden Ermittlungen sind“, hieß es. Die Beschuldigten hätten sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Die Aufklärung des Falls werde auch dadurch erschwert, dass die Mädchen Erinnerungslücken hätten, sagte Cernota.



