Vorwürfe gegen Jugendfußballtrainer in Ostfriesland
Ein ehemaliger Jugendfußballtrainer aus Ostfriesland muss sich ab Herbst vor dem Amtsgericht Aurich verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann insgesamt 93 Straftaten vor, die sich zwischen 2022 und 2024 während seiner Tätigkeit als Trainer einer Jugendmannschaft ereignet haben sollen.
Körperverletzung und sexuelle Belästigung
Dem Trainer wird vorgeworfen, Spieler seiner Mannschaft wiederholt geohrfeigt und ins Gesicht geschlagen zu haben, wenn er mit deren Leistungen unzufrieden war. Die Opfer hätten dadurch „nicht unerhebliche Schmerzen“ erlitten, wie das Gericht mitteilte. In einem weiteren Fall soll der Trainer eine Wasserkiste nach einem Spieler geworfen haben. Zudem soll er mehrfach einen Spieler gegen dessen Willen geküsst haben.
Umfang der Anklage
Die Staatsanwaltschaft Aurich listet in der Anklage 88 Fälle von Körperverletzung, vier Fälle der sexuellen Belästigung und einen Fall der gefährlichen Körperverletzung auf. Da der Trainer zum Tatzeitpunkt juristisch als Heranwachsender galt, wird der Fall vor dem Jugendschöffengericht verhandelt. Die Verhandlung ist für Oktober angesetzt und soll unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Insgesamt sind zwölf Zeugen geladen.
Hintergrund und Reaktionen
Der Fall wirft erneut Fragen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen auf. Experten betonen, wie wichtig es sei, auf Warnsignale zu achten und bei Übergriffen frühzeitig zu handeln. Der Prozess wird mit Spannung erwartet, da er ein weiteres Beispiel für Machtmissbrauch im Jugendsport darstellt.



