Bei einem Brand in der Ludwigsluster Klinik sind am frühen Morgen zwei Patienten ums Leben gekommen. Das Feuer brach gegen 4.29 Uhr in einem Zimmer der Gefäßchirurgie-Station aus. Einer der Verstorbenen lag in diesem Zimmer, der zweite vermutlich in einem Nachbarraum. Die Polizei identifizierte eines der Opfer als 85-jährigen Mann; die Angehörigen wurden informiert. Der zweite Tote war zunächst nicht identifiziert. Eine weitere Person erlitt eine Rauchgasvergiftung und wurde ins Krankenhaus nach Schwerin gebracht.
Einsatzkräfte und Evakuierung
Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich etwa 100 Menschen in dem Gebäude – rund 80 Patienten und 20 Mitarbeitende. Die gesamte Einrichtung wurde evakuiert. Dank des guten Brandschutzes konnte die Feuerwehr nicht betroffene Stationen jedoch wieder freigeben. Einige Patienten wurden in eine Partnerklinik nach Hagenow verlegt; weitere Verlegungen waren im Tagesverlauf möglich. Zunächst war von mehr als 30 Verletzten die Rede, diese Zahl wurde jedoch korrigiert: Nur eine weitere Person erlitt eine Rauchgasvergiftung. Der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD), erklärte, dass Einsatzkräfte zunächst Menschen retten, Verletzte versorgen und Gefahren beseitigen müssten; eine vollständige Erfassung aller Betroffenen sei oft erst später möglich.
Politik reagiert betroffen
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Sozialministerin Stefanie Drese (beide SPD) machten sich vor Ort ein Bild von den Geschehnissen. „Meine Trauer und mein Mitleid gilt den Angehörigen der Opfer“, sagte Schwesig bei einer Pressekonferenz. „Wir kennen das aus Ludwigslust, dass Ludwigslust zusammensteht.“ Die Stadt habe dies einmal mehr bewiesen. Alle Einsatzkräfte hätten ihren Beitrag dazu geleistet, dass noch Schlimmeres verhindert werden konnte. Die Mitglieder des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern erhoben sich während der Sitzung zu einem Moment des Innehaltens.
Schäden und Notdach
Die Radiologie der Klinik blieb – anders als zunächst befürchtet – verschont. Löschwasser beschädigte jedoch die Technik des Herzkatheter-Labors im Stockwerk unter dem Brandherd. Das genaue Ausmaß der Schäden soll in den kommenden Tagen und Wochen begutachtet werden. Landrat Sternberg kündigte an, dass innerhalb von 24 Stunden ein Notdach über dem betroffenen Bereich errichtet werden soll. Die Arbeiten sollten schon am Mittag beginnen. „Das ist wichtig, um die Funktionsfähigkeit des zentralen Bereichs wiederherzustellen“, so Sternberg. Der Brand habe ein Gebäude getroffen, „das Teil unserer zentralen Herzkammer ist. Es war ein Stich in einen unserer modernsten Gebäudeteile.“
Klinik und Einsatzkräfte
Das Klinikum in Ludwigslust verfügt über 160 Betten und ist das einzige Krankenhaus der Stadt. Als Akutklinik sichert es die Grund- und Regelversorgung in der Region. Mit den Standorten Hagenow und Crivitz bildet es die LUP-Kliniken. Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde mit Drohnen nach Glutnestern gesucht. In der Spitze bekämpften etwa 90 Feuerwehrkräfte die Flammen, hinzu kamen rund 40 Beamtinnen und Beamte der Polizei, wie eine Landkreis-Sprecherin mitteilte.
Hintergrund: Klinikbrände in Deutschland
Immer wieder kommen bei Bränden in Krankenhäusern Menschen ums Leben. Im September 2025 starb ein 26-jähriger Patient bei einem Feuer auf einer psychiatrischen Station der Universitätsmedizin Rostock. Im Juni 2025 verloren im Hamburger Marienkrankenhaus drei Patienten im Alter von 84, 85 und 87 Jahren ihr Leben, 34 weitere wurden verletzt. Ein dementer Mitpatient hatte sein Kopfkissen angezündet. Im Januar 2024 forderte ein Brand im Klinikum Uelzen in Niedersachsen fünf Todesopfer; das Feuer wurde wahrscheinlich durch einen psychisch auffälligen Patienten verursacht, der selbst ums Leben kam. Auch in Ludwigslust gab es in den Jahren 2022 und 2025 Brände, zuletzt im August 2025 ein Feuer in einem Serverraum.
Nach Angaben des Bundesverbands Technischer Brandschutz (bvfa) ereigneten sich im Jahr 2025 deutschlandweit 116 Krankenhausbrände mit vier Todesopfern und 129 Verletzten. Für 2024 registrierte der bvfa 114 Klinikbrände mit sieben Todesopfern und 148 Verletzten. Brandstiftung – vorsätzlich und fahrlässig – stellt laut bvfa mit einem Anteil von zuletzt etwa 50 Prozent an den aufgeklärten Fällen die häufigste Brandursache in deutschen Krankenhäusern dar.



