Messerstecher vom Ostkreuz: Acht Jahre Haft für geplanten Serienmord
Messerstecher vom Ostkreuz zu acht Jahren Haft verurteilt

Hintergrund der Tat: Vom gescheiterten Serienmörder zum Geiselnehmer

Im Februar 2024 stach Vincent M. in der Nähe des Berliner Ostkreuzes auf einen 52-jährigen Mann ein. Der Täter hatte einen perfiden Plan: Er wollte durch Deutschland reisen und eine Serie von Morden begehen. Doch sein Vorhaben scheiterte – am Ende standen zwei Verletzte, eine Geiselnahme und ein Gerichtsverfahren. Das Landgericht Berlin verurteilte den 25-Jährigen am 10. September 2024 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung, Geiselnahme und Bedrohung.

Der Angriff am Ostkreuz: Ein brutaler Überfall

In der Nacht zum 28. Februar 2024 gegen 2.20 Uhr ging ein Notruf ein: In der Simplonstraße nahe des Bahnhofs Ostkreuz war ein 52-jähriger Mann niedergestochen worden. Das Messer steckte tief im Nacken des Opfers, die Klinge war im Körper abgebrochen. Zudem wies das Opfer Verletzungen im Gesicht durch Tritte und Schläge auf. Der Blutverlust war kritisch, doch eine Notoperation rettete das Leben des Mannes. Der Täter, Vincent M., hatte das Opfer zuvor von hinten angesprochen und mit den Worten „Ich bringe dich um!“ attackiert. Das Opfer hielt dies zunächst für einen Scherz, doch dann stach Vincent M. mit voller Wucht zu.

Die Vorbereitung: Ein perfider Plan für eine Mordserie

Vincent M., ein arbeitsloser Elektrotechniker aus Sehnde in Niedersachsen, hatte sich intensiv auf die Tat vorbereitet. Er besaß einen IQ von 115 und wollte zum Superverbrecher werden. In seiner Wohnung hinterließ er Klebezettel mit Hinweisen für die Polizei, legte sein Handy mit PIN bereit und hatte sogar Rätsel und Puzzle vorbereitet, um die Ermittler herauszufordern. In einem psychiatrischen Gutachten hieß es: „Ich würde von Stadt zu Stadt ziehen und in einem Triumphzug einen Menschen nach dem anderen umbringen.“ Er träumte von einer Karriere als Serienmörder, inspiriert von Filmen wie „Saw“ und „Sieben“.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Geiselnahme: Als niemand sein Bekennervideo beachtete

Nach der Tat kehrte Vincent M. nach Sehnde zurück und wartete in seiner präparierten Wohnung auf die Festnahme. Er schickte ein Bekennervideo an die Polizei und lud es auf Instagram hoch – doch niemand reagierte. Daraufhin ging er zur Polizeiwache in Sehnde, fuchtelte mit einem Messer vor der Tür und rief, die Beamten sollten sein Video ansehen. Als die Polizisten ihre Waffen holten, war er bereits verschwunden. Im benachbarten Rathaus stürmte er das Foyer und nahm eine 57-jährige Verwaltungsangestellte als Geisel. Er setzte ihr die Klinge an den Hals, gestand den vermeintlichen Mord in Berlin und ließ sich erst entwaffnen, als ihm eine Polizeibeamtin menschliche Behandlung zusicherte.

Der Prozess: Psychiatrisches Gutachten und Urteil

Vor dem Landgericht Berlin wurde Vincent M. der Prozess gemacht. Der psychiatrische Sachverständige diagnostizierte eine narzisstische Persönlichkeitsstörung und eine durch Kokainkonsum ausgelöste Psychose. Dennoch sei der Angeklagte schuldfähig gewesen, so das Gericht. Vincent M. entschuldigte sich bei seinen Opfern und bot dem 52-jährigen Ronaldo G. 3000 Euro als Täter-Opfer-Ausgleich an, was dieser ablehnte. Das Gericht verurteilte ihn zu acht Jahren Haft und 15.000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer. Der Vorsitzende Richter appellierte an den Angeklagten, therapeutische Angebote zu nutzen: „Sie sind ein intelligenter Mensch, Sie haben gesehen, wohin das geführt hat.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration