Elf Jahre nach dem spurlosen Verschwinden der damals fünfjährigen Inga Gehricke aus Sachsen-Anhalt gibt es neue Hoffnung. Nach der erneuten Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ sind bei der Polizei zahlreiche neue Hinweise eingegangen. „Wir haben tatsächlich sehr viele neue Informationen erhalten und erhoffen uns, dass da der entscheidende Hinweis dabei ist“, sagte Polizeihauptkommissar Michael Ripke in der Sendung.
Hinweise in verschiedene Richtungen
Die neu eingegangenen Hinweise gehen nach Angaben von Ripke in verschiedene Richtungen. Sie würden nun geprüft. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte der Polizeibeamte keine weiteren Details zu den neuen Informationen nennen. „Wir sind guter Hoffnung, dass da was Gutes dabei ist“, betonte der Hauptkommissar.
Bereits seit Frühjahr 2023 beschäftigt sich eine spezielle Ermittlergruppe der Polizeiinspektion in Halle mit dem Fall. Zuvor war die Polizei in Stendal zuständig. Die Ermittler arbeiten eng mit Archäologen und Geologen zusammen, die die Suche unterstützt haben. Zudem führten die Beamten Jahre nach dem Verschwinden erneut ausführliche Gespräche mit Angehörigen, um kleine Details zu finden, die entscheidend sein könnten.
Der Tag des Verschwindens
Inga aus Schönebeck wurde am 2. Mai 2015 gegen 18.40 Uhr zuletzt gesehen. Sie war mit ihrer Familie zu Besuch auf dem Wilhelmshof im Landkreis Stendal, einer diakonischen Einrichtung für Menschen mit Behinderungen und Suchterkrankungen. Dort lebten Freunde der Familie. Bei der Vorbereitung eines Grillfestes saß das im August 2009 geborene Mädchen auf einem Spielzeugpferd, das unweit eines Fußballplatzes und des Grillplatzes stand. Danach verliert sich ihre Spur.
Hoffnung, dass Inga noch lebt
Da es keine Beweise gebe, die Gegenteiliges zeigen, gibt die Polizei die Hoffnung nicht auf, dass Inga heute noch lebt, betonte Ripke. Deshalb werde auch nach Hinweisen zu Mädchen gesucht, die anderen aufgefallen sind, weil sie plötzlich irgendwo aufgetaucht sind. Der Fall war bereits zuvor bei „Aktenzeichen XY“ vorgestellt worden.
Polizei sucht Zeugen mit Kameras
Da der Wilhelmshof abgelegen in einem großen Waldgebiet liegt, ist die Polizei weiterhin auf der Suche nach Menschen, die sich zum Zeitpunkt des Verschwindens von Inga auf der Straße aufgehalten haben, die zu dem Hof führt. Die Ermittler hoffen insbesondere auf Aufnahmen aus in Autos verbauten Kameras oder von Spaziergängern gemachte Fotos und Videos. „Auch wenn sie für den Besitzer keine Bedeutung mehr haben, für uns könnten sie von Bedeutung sein“, sagte Ripke.
Hinweise aus der Bevölkerung werden unter der Telefonnummer 0345/224-1291 oder per E-Mail an cold-case-wald@polizei.sachsen-anhalt.de entgegengenommen.



