Prozess in Nürnberg: Rumänin zur Prostitution gezwungen
Prozess: Rumänin zur Prostitution gezwungen

Am Landgericht Nürnberg-Fürth hat ein Prozess gegen einen Mann begonnen, der eine 19-jährige Rumänin über Monate hinweg mit Gewalt zur Prostitution gezwungen haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten einen besonders schweren Fall von Zwangsprostitution vor.

Angeklagter soll Frau mit Gewalt gefügig gemacht haben

Laut der verlesenen Anklage musste die junge Frau täglich gegen ihren Willen mit durchschnittlich acht Männern käuflichen Sex haben. Die Einnahmen musste sie vollständig an den Angeklagten abgeben. Um sie gefügig zu machen, sei die Frau bedroht, geschlagen, getreten, bespuckt und an den Haaren gezogen worden. Zudem sei ihr gedroht worden, ihre Beine zu brechen. Auch Gewalttaten gegen ihr bekannte Kinder in Rumänien seien angedroht worden. Ein Komplize des Hauptangeklagten muss sich wegen Beihilfe vor Gericht verantworten.

Von Überredung zu Zwang

Die Frau sei zunächst überredet worden, sich in Deutschland und Österreich zu prostituieren. An den Vorbereitungen seien mehrere Mitglieder der Familie und des Umfelds des Angeklagten beteiligt gewesen. Als die 19-Jährige die Arbeit in der Rotlichtbranche jedoch nicht verrichten wollte, sei sie mit Gewalt gezwungen worden, heißt es in der Anklage.

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Flucht in eine Tankstelle

Nach monatelangem Martyrium gelang der Frau die Flucht in eine Tankstelle, wo sie sich in einer Toilette einschloss. Die herbeigerufene Polizei konnte den Angeklagten festnehmen, als er auf der Suche nach der Frau war. Die 1. Strafkammer beim Landgericht Nürnberg-Fürth hat für den Prozess sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am 21. August gesprochen werden.

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