Ein bislang unbekannter Täter hat am Freitagabend in einer Straßenbahn der Linie 67 in Berlin-Oberschöneweide Reizgas versprüht und dabei elf Fahrgäste leicht verletzt. Der Vorfall ereignete sich gegen 20:30 Uhr an der Haltestelle Edisonstraße.
Streit eskaliert in der Tram
Nach Angaben eines Polizeisprechers war der Mann in den noch stehenden Zug eingestiegen. Zeugen berichteten, dass er sich durch die Fahrgäste gedrängelt habe. Daraufhin sei er aus einer Gruppe von vier Männern heraus beleidigt worden. Die Männer der Gruppe hätten ihn geschubst und ihm sein Basecap vom Kopf geschlagen.
Noch vor Abfahrt der Bahn sei der Unbekannte ausgestiegen, anschließend habe er Reizgas in den Zug gesprüht, teilte die Polizei mit. Der Mann flüchtete unerkannt. Die Feuerwehr behandelte die elf verletzten Personen vor Ort; sie erlitten leichte Augen- und Atemwegsreizungen. Ein Krankenhausaufenthalt war nicht erforderlich.
Möglicher Zusammenhang mit Konzert
Wie die „B.Z.“ berichtet, soll es im Anschluss an ein Konzert des Rappers Finch in der Alten Försterei zu dem Vorfall gekommen sein. Dem Bericht nach gab es zeitweise erhebliche Einschränkungen im Straßenbahn- und Autoverkehr in der Umgebung. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung und sucht nach dem Täter, der als etwa 20 bis 30 Jahre alt und südländisch aussehend beschrieben wird. Er trug eine dunkle Jacke und eine Basecap.
Häufung von Reizgas-Vorfällen im Nahverkehr
In den vergangenen Wochen kam es mehrfach zu ähnlichen Vorfällen im Berliner Nahverkehr. In der Nacht zum vergangenen Mittwoch hatten Unbekannte in der U-Bahn-Linie 7 Reizgas versprüht. 26 Menschen wurden verletzt, zwei mussten ins Krankenhaus. Zuvor waren Mitte Juni neun Menschen bei einem Reizgas-Vorfall in einem Linienbus verletzt worden. Die Polizei hat ihre Präsenz in öffentlichen Verkehrsmitteln verstärkt, bittet aber auch Fahrgäste um erhöhte Wachsamkeit.



