Drittes Gebäude der TU Berlin aufgrund von Mängeln geschlossen
Die Technische Universität Berlin sieht sich erneut mit einer Gebäudeschließung konfrontiert. Nach dem Hauptgebäude und einer Bibliothek muss nun auch das Gebäude Bergbau- und Hüttenwesen (BH-N) am Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg seinen Betrieb einstellen. Dies gab TU-Präsidentin Fatma Deniz in einer Mitteilung an die Universitätsmitglieder bekannt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Universität veröffentlichte die Information zudem auf ihrer Website. In dem betroffenen Gebäude befinden sich fünf Hörsäle und zahlreiche Seminarräume, die nun nicht mehr genutzt werden können.
Defekte Löschanlage als Ursache
Laut Präsidentin Deniz liegt der Grund für die Schließung in der installierten Sprühnebel-Löschanlage. „Externe Gutachter haben diese im Rahmen einer aktuellen Prüfung als derzeit nicht betriebsfähig eingestuft“, erklärte sie. „Ohne eine funktionierende Löschanlage ist der erforderliche Brandschutz im Gebäude nicht gewährleistet.“ Die betroffenen Universitätsmitglieder, die in dem Gebäude arbeiten, forschen und lehren, wurden am Freitag in einer Informationsveranstaltung über die Situation informiert.
Senatorin zeigt sich wenig überrascht
Berlins Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) reagierte auf die Nachricht mit wenig Überraschung. „Das Problem der eingeschränkten Funktion beziehungsweise Funktionsunfähigkeit der leider in Serie verbauten Anlage beschäftigt uns schon länger, ohne dass bislang eine technische Lösung gefunden worden wäre“, teilte sie dem „Tagesspiegel“ mit. Eine Taskforce stehe im Austausch mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.
Bezirksamt prüft, aber untersagt Nutzung nicht
Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat laut Bericht mehrere Hochschulgebäude geprüft. „Wir haben aber keine Nutzungsuntersagung ausgesprochen“, sagte Stadtrat Christoph Brzezinski (CDU) dem „Tagesspiegel“ mit Blick auf das BH-N-Gebäude. Die Universität selbst hat die Schließung veranlasst.
TU strebt Teilöffnung an
Die Universitätsleitung arbeitet mit Hochdruck daran, das Gebäude zumindest teilweise wieder zu öffnen. „Wir haben ein entsprechendes Konzept erarbeitet, das in Kürze der zuständigen Bauaufsicht des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf zur Abstimmung vorgelegt werden soll“, sagte Präsidentin Deniz. Parallel dazu würden die organisatorischen und finanziellen Auswirkungen geprüft. In den kommenden Tagen sollen weitere Informationen folgen. „Wir wissen, dass die derzeitigen Einschränkungen für viele Betroffene mit erheblichen Belastungen verbunden sind“, betonte Deniz.
Bereits drittes Gebäude innerhalb weniger Wochen
Das BH-N-Gebäude ist bereits das dritte Gebäude der TU Berlin, das innerhalb kurzer Zeit geschlossen werden musste. Am 9. Mai wurde das Hauptgebäude der Universität wegen Baumängeln geschlossen. Die Universitätsbibliothek der TU und der Universität der Künste Berlin musste zwischen dem 5. und 11. Juni für Reparaturarbeiten schließen. Die Situation bleibt angespannt, und die Universität sucht weiterhin nach Lösungen, um den Lehr- und Forschungsbetrieb so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu können.



