Nach dem Blutbad von Stade schrillten in Hamburg die Alarmglocken: Ein 37-jähriger Vater, der in einen Sorgerechtsstreit verwickelt ist, soll dem Familiengericht gedroht haben: „Am liebsten würde ich euch alle erschießen.“ Aus Sorge vor einer Gewalttat verlegten die Behörden einen Gerichtstermin unter Polizeischutz ins Strafjustizgebäude.
Drohung gegen Jugendamt-Mitarbeiter
Der Mann aus demselben Ort wie der Stade-Killer soll die Drohung während einer Anhörung geäußert haben. Die Mitarbeiter des Jugendamtes fühlten sich unmittelbar bedroht. Das Familiengericht reagierte umgehend und ordnete an, dass der nächste Termin nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden darf.
Ein Sprecher des Hamburger Familiengerichts bestätigte: „Wir haben die Sicherheitsmaßnahmen erhöht, um unsere Mitarbeiter zu schützen.“ Der Termin wurde in das Strafjustizgebäude verlegt, das über bessere Sicherheitsvorkehrungen verfügt.
Hintergrund: Sorgerechtsstreit eskaliert
Der Vater befindet sich seit Monaten in einem erbitterten Sorgerechtsstreit um seine Kinder. Nach Informationen von BILD soll er mehrfach durch aggressives Verhalten aufgefallen sein. Die Jugendamtsmitarbeiter hatten bereits zuvor Bedenken geäußert, dass der Mann zu Gewalt neigen könnte.
„Die Drohung war eindeutig und hat bei allen Beteiligten große Besorgnis ausgelöst“, sagte ein mit dem Fall vertrauter Beamter. Die Polizei Hamburg wurde eingeschaltet und prüft nun, ob strafrechtliche Schritte eingeleitet werden.
Behörden ziehen Konsequenzen
Nach dem Vorfall haben die Hamburger Behörden ihre Sicherheitsprotokolle verschärft. „Wir werden in Zukunft bei vergleichbaren Fällen früher Polizeischutz anfordern“, kündigte ein Sprecher der Sozialbehörde an. Zudem sollen Mitarbeiter des Jugendamtes spezielle Schulungen zum Umgang mit gewaltbereiten Eltern erhalten.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Laut einer Studie des Deutschen Beamtenbundes sind rund 30 Prozent der Jugendamtsmitarbeiter bereits einmal bedroht worden.



