Genua: Zwölf Jahre Haft für Ex-Chef nach Brückeneinsturz
Zwölf Jahre Haft für Ex-Chef nach Brückeneinsturz in Genua

Das Gericht in Genua hat den ehemaligen Chef der Autobahngesellschaft für den Einsturz der Morandi-Brücke im Jahr 2018 zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Bei dem Unglück kamen 43 Menschen ums Leben. Der Mammutprozess mit 57 Angeklagten endete nach acht Jahren mit diesem Urteil.

Hintergrund des Brückeneinsturzes

Am 14. August 2018 stürzte die Morandi-Brücke in Genua während eines schweren Unwetters ein. Die Brücke war ein zentraler Verkehrsknotenpunkt in der norditalienischen Hafenstadt. Der Einsturz löste landesweit Entsetzen aus und führte zu einer intensiven Debatte über die Infrastruktur in Italien.

Das Urteil des Gerichts

Das Gericht sprach den Hauptangeklagten, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Betreibergesellschaft Autostrade per l’Italia, der fahrlässigen Tötung und der Katastrophenverursachung für schuldig. Neben der Haftstrafe wurden auch andere Angeklagte verurteilt, darunter Ingenieure und Manager, die mit der Wartung der Brücke befasst waren. Die genauen Strafen für die weiteren Angeklagten variierten, einige erhielten Bewährungsstrafen oder Geldstrafen.

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Reaktionen auf das Urteil

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich härtere Strafen gefordert. Die Verteidigung kündigte an, in Revision zu gehen. Angehörige der Opfer zeigten sich teilweise erleichtert, aber auch enttäuscht über die milderen Strafen für einige Angeklagte. „Endlich gibt es Gerechtigkeit, aber die Schmerzen bleiben“, sagte ein Vertreter der Opferfamilien. Der Prozess gilt als einer der komplexesten in der italienischen Justizgeschichte.

Auswirkungen auf die Infrastrukturpolitik

Der Einsturz der Morandi-Brücke führte zu einer Überprüfung der Infrastruktur in ganz Italien. Die Regierung kündigte umfangreiche Investitionen in die Sanierung von Brücken und Straßen an. Der Fall zeigte auch die Notwendigkeit strengerer Kontrollen und Wartungsvorschriften für Autobahnbetreiber. Die Urteile könnten als Präzedenzfall für ähnliche Verfahren in anderen Ländern dienen.

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