EU-Kommission warnt vor neuer Flüchtlingswelle durch Iran-Krieg
EU-Kommission warnt vor neuer Flüchtlingswelle durch Iran-Krieg

Die EU-Kommission hält aufgrund des Iran-Kriegs eine Migrationsbewegung erheblichen Ausmaßes für möglich. Das geht aus vertraulichen diplomatischen Korrespondenzen hervor, über die der „Spiegel“ und das ARD-Magazin „Report Mainz“ berichten. Sollte der Iran-Krieg länger andauern, könnte eine Fluchtbewegung wie 2015 einsetzen.

Noch verfüge man zwar über keine konkreten Zahlen, heißt es in einem Protokoll einer Sitzung europäischer Diplomaten und Offizieller in Brüssel. Schon jetzt seien aber „Bewegungen zu den ländlichen Bereichen und zur Küste“ zu beobachten. „Falls die Krise anhalte, könnte eine humanitäre Krise in Iran und den Nachbarländern drohen, Migrationsbewegungen wie 2015.“

Vor allem die Türkei als Hauptzielland für Flüchtlinge aus Iran sei „beunruhigt“. Mit Sorge beobachtet die EU-Kommission insbesondere die Situation von rund 2,5 Millionen Afghanen in Iran. Sollte das Land anhaltend destabilisiert werden, könnten sie in Nachbarländer fliehen.

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Ein Bericht der EU-Asylagentur EUAA zeigt die Dimensionen: „Bei einer Bevölkerung von rund 90 Millionen Menschen könnte selbst eine teilweise Destabilisierung Flüchtlingsbewegungen von beispiellosem Ausmaß auslösen.“ Die Vertreibung von nur 10 Prozent der iranischen Bevölkerung würde mit den größten Flüchtlingsströmen der letzten Jahrzehnte vergleichbar sein.

Der türkische Innenminister Mustafa Çiftci erklärte, es gebe keine ungewöhnlichen Bewegungen an den Grenzübergängen. Dennoch bereite die Regierung die Einrichtung einer Pufferzone und einer Zeltstadt für bis zu 90.000 Flüchtlinge vor. EU-Innenkommissar Magnus Brunner sagte, derzeit sehe man keine Bewegung in Richtung Europa oder anderer Länder in der Region.

An einer zweiten Kriegsfront im Libanon nehmen Migrationsbewegungen zu. Nach UNHCR-Angaben flohen mindestens 38.000 Menschen aus dem Libanon nach Syrien, vor allem syrische Staatsbürger.

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