Wegen neuer Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Uckermark wird das Schutzgebiet nahe der polnischen Grenze erheblich ausgeweitet. Die Kreisverwaltung Prenzlau warnt vor einer möglichen Verschleppung des Virus durch indirekten Kontakt, etwa über Schuhe oder Fahrzeuge, in bislang seuchenfreie Gebiete. Bei Verstößen gegen die angeordneten Auflagen drohen Geldbußen von bis zu 30.000 Euro.
Neue bestätigte Fälle und Verdachtsmomente
Am 30. Juli wurde bei einem weiteren tot aufgefundenen Wildschwein das ASP-Virus amtlich bestätigt, wie der Landkreis mitteilte. Zudem gibt es bei fünf weiteren Wildschweinen den Verdacht auf eine Infektion. Die Behörden haben daraufhin die Sperrzone auf weitere Gebiete ausgedehnt. Das Agrarministerium geht davon aus, dass Wildschweine aus infizierten Regionen in Polen für den Eintrag des Virus verantwortlich sind.
Bewirtschaftungsverbot und Jagdverbot ausgeweitet
Für landwirtschaftliche Flächen innerhalb der erweiterten Zone gilt ein Bewirtschaftungsverbot. Ernte- und Bewirtschaftungsmaßnahmen müssen künftig mit dem ASP-Krisenzentrum abgestimmt werden. Auch das Jagdverbot wird auf das gesamte neue Gebiet ausgedehnt, und die Sommerdeiche werden gesperrt. Hunde sind unbedingt an der Leine zu führen, Tore müssen geschlossen bleiben. Das gefährdete Gebiet ist mit Schutzzäunen umgeben. Die Polder dürfen nur noch von berechtigten Personen betreten werden. Radfahren und Wandern auf dem ausgewiesenen Radweg Berlin/Usedom bleiben jedoch weiterhin gestattet.
Bußgelder bis 30.000 Euro angedroht
Der Landkreis kündigt an, Verstöße künftig konsequenter zu ahnden. „Da von der Einhaltung der Gebote und Verbote der Erfolg der Bekämpfungsstrategie abhängt, weist der Landkreis darauf hin, dass er von dieser Möglichkeit zukünftig verstärkt Gebrauch machen wird“, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme. Bei Zuwiderhandlungen können Geldbußen von bis zu 30.000 Euro verhängt werden.
Rückkehr der Seuche nach über einem Jahr
Erst vor wenigen Wochen war in der Uckermark bei Stützkow südlich von Schwedt (Oder) nach mehr als einem Jahr erneut die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden. Die aktuellen Funde betreffen ein Teilgebiet des Nationalparks Unteres Odertal. Die Seuche ist für Menschen ungefährlich, verläuft bei Schweinen jedoch fast immer tödlich. Seit dem ersten Auftreten der ASP im Jahr 2020 wurden in Brandenburg insgesamt 3.455 Wildschweine positiv auf das Virus getestet.



