Seit 2022 ist das große Freibad „Spandau Süd“ an der Gatower Straße im Ortsteil Wilhelmstadt geschlossen. Normalerweise zieht es jeden Sommer rund 100.000 Besucher an. Doch der Neubau verzögert sich immer wieder, und die Zeitpläne der Berliner Bäderbetriebe waren zuletzt unzuverlässig.
Hoffnung auf Anhörung im Juli
Die Bäderbetriebe hoffen nun, noch im Juli eine Anhörung bei der Vergabekammer zu bekommen, wie sie auf Tagesspiegel-Nachfrage mitteilten. Hintergrund ist eine Rüge: Eine bei der Vergabe unterlegene Baufirma hatte geklagt, was den Abriss stoppte. Laut Bäderchef Johannes Kleinsorg war dies die erste derartige Rüge seit zehn Jahren. Sollte die Anhörung positiv verlaufen, könnten die Arbeiten anschließend beginnen.
Bauzeit und geplante Wiedereröffnung
Die Bauarbeiten werden nach früheren Angaben der Bäderbetriebe mindestens ein Jahr dauern. Die ursprünglich angepeilte Wiedereröffnung zum Saisonstart im Mai 2027 ist daher kaum noch zu schaffen. Fraglich ist, ob das neue Freibad wenigstens zu den Sommerferien 2027 fertig wird. Geplant sind nach dem Abriss drei neue Edelstahlbecken inklusive Babypool, Sonnensegel, neue Umkleidecontainer an neuem Standort sowie Extras wie eine „Unterwasser-Massageliege mit Luftverteilsystem“.
Weitere Badeeinschränkungen in Spandau
Der Badespaß in Spandau ist auch aus anderen Gründen getrübt. Im beliebten Spektesee im Falkenhagener Feld (40.000 Einwohner) wurden bei einer Wasseruntersuchung „deutlich erhöhte Keimwerte gemessen“, wie das Gesundheitsamt um Stadträtin Tanja Franzke (CDU) mitteilte. Die Fachleute raten „vorsorglich vom Baden und vom direkten Wasserkontakt ab“. Auch vom Baden im Glienicker See wird abgeraten. Für die Badestelle warnt das Landesportal zur Wasserqualität vor einer „Gefahr einer Algen- und Blaualgenmassenentwicklung“ mit dem Hinweis: „Bitte eigenverantwortlich handeln!“



