Berliner Galerie feinart schließt nach neuneinhalb Jahren und 52 Ausstellungen
Galerie feinart in Berlin schließt nach fast einem Jahrzehnt

Mit einer bunten Mischung aus über 60 Exponaten verabschiedet sich die Berliner Galerie feinart von der Kunstszene. Die letzte Ausstellung markiert das Ende von neuneinhalb Jahren galeristischem Engagement für zeitgenössische Kunst. Gezeigt werden Skulpturen, Objekte, Gemälde, Arbeiten auf Papier und Fotografien von Künstlerinnen und Künstlern, die das Programm der Galerie geprägt haben. Insgesamt wurden 52 Ausstellungen realisiert, die zwischen Abstraktion und Figuration, Surrealismus und Fantastischem Realismus pendelten.

Vielfalt der Werke in der Abschiedsschau

In der finalen Gruppenschau sind Werke von Michael Dressel zu sehen, der menschenleere Schwarz-Weiß-Ansichten nordamerikanischer Lost Places zeigt. Daneben hängen die großformatigen, kosmischen und farbsprühenden Gefilde der Malerin Christine Jackob-Marks. Die melancholischen Landschaften von Elisabeth Störmer-Hemmelgarn kontrastieren mit den witzig-makabren Figurenzeichnungen von Wolfgang Petrick, der 2025 in Berlin verstarb. Mathias Roloff präsentiert filigrane weibliche Akte auf seinen Blättern, während Mariella Ridda in ihren lichten Figurenbildern Mensch und Tier auf einer italienisch inspirierten Blumenwiese vereint.

Surreal geht es bei dem aus dem Iran stammenden und in Berlin lebenden Künstler Ebrahim Ehrari zu, der imaginäre Naturerscheinungen in fantastische Räume übersetzt – dies in raffinierten Blautönen. Michael Jastrams Skulptur „Schöne Reiterin“ hat Galeristin Maria Wirth neben die dadaistisch anmutenden Köpfe von ARATORA alias Frank Weber platziert. Die 1980 verstorbene Düsseldorfer Kunsthändlerin und Malerin Lore Kegel ist mit dem Pastell eines abstrahierten Flötenspielers vertreten, dessen Klänge in die Atmosphäre schweben. Weltuntergangstimmung herrscht dagegen in den albtraumhaften Szenerien von C.D. Aschaffenburg, der brennende Häuser in verödeten Landschaften imaginiert.

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Bewahrung künstlerischer Nachlässe

Die Galerie feinart hat sich in den vergangenen Jahren auch der Bewahrung und Förderung künstlerischer Nachlässe gewidmet. Dazu zählen die Werke von Jürgen Tenz, Lore Kegel, Günter Schöllkopf und dem Bildhauer Karl Menzen, dem 2025 eine umfangreiche Schau gewidmet war. Diese Nachlässe fanden in den Ausstellungen der Galerie eine Plattform und wurden einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Schließung und Neuanfang

Nach neuneinhalb Jahren schließt Galeristin Maria Wirth ihre Räume in einem repräsentativen Altbau in Charlottenburg, da der Mietvertrag Ende Juli ausläuft. Danach will sie sich neu orientieren. Geboren 1987 in Berlin, studierte sie Philosophie und deutsche Philologie und ist selbst als bildende Künstlerin aktiv. Die Ausstellungen bei feinart wurden häufig crossmedial von Lesungen, Performances oder Musikdarbietungen begleitet. Die Preise der letzten Schau liegen zwischen 480 und 12.400 Euro.

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