AMG übernimmt Zinnwald Lithium vollständig – Abbau im Osterzgebirge beschleunigt
AMG übernimmt Zinnwald Lithium – Abbau beschleunigt

AMG Critical Materials N.V. hat die Zinnwald Lithium Plc. vollständig übernommen. Das gab das sächsische Wirtschaftsministerium am Montag bekannt. Ziel ist es, den Abbau von Lithium im Osterzgebirge zu beschleunigen. Bisher hielt die zum Konzern gehörende AMG Lithium rund 30 Prozent der Anteile an Zinnwald Lithium. Nun gehört das Unternehmen zu 100 Prozent zum niederländischen Spezialisten für kritische Rohstoffe.

Heimisches Lithium als strategischer Rohstoff

Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) betonte die Bedeutung der Übernahme: „Heimisches Lithium kann dazu beitragen, Europas Versorgung mit kritischen Rohstoffen widerstandsfähiger zu machen und die Transformation der Automobil-, Batterie- und Hightech-Industrie zu unterstützen. Dies stärkt den Rohstoffstandort Sachsen und ganz Europa.“ Dass ein international tätiges Unternehmen wie AMG sein Engagement in Sachsen ausbaue, zeige die Attraktivität des Standortes und das Vertrauen internationaler Investoren.

Lithium wird von der Europäischen Union als strategischer Rohstoff eingestuft. Es ist ein zentraler Bestandteil moderner Batterien für Elektromobilität und stationäre Energiespeicher. Das Lithiumvorkommen im Osterzgebirge zählt zu den bedeutendsten bekannten Lagerstätten Europas. Zinnwald Lithium Plc. ist keine deutsche Aktiengesellschaft, sondern eine nach britischem Recht gegründete Public Limited Company.

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Schrittweiser Abbau geplant

AMG Lithium hatte bereits angekündigt, den Abbau von Lithium aus Festgestein zunächst schrittweise anzugehen, um das Risiko für alle Beteiligten zu senken. Bislang war von einem jährlichen Abbauvolumen von bis zu 1,5 Millionen Tonnen Lithium-Erz die Rede. Die dafür nötige Aufbereitungsanlage und eine Abraumhalde sorgen jedoch bei Bürgerinitiativen für Widerstand. Die Standorte dieser Anlagen sind noch nicht endgültig festgelegt.

Erst vor rund eineinhalb Jahren hatte AMG Lithium in Bitterfeld-Wolfen Europas erste Lithiumhydroxid-Raffinerie in Betrieb genommen. Die vollständige Übernahme von Zinnwald Lithium war seit längerem angekündigt. Mit der nun erfolgten Transaktion soll die Entwicklung des Lithiumprojekts im Osterzgebirge weiter vorangetrieben werden.

Die sächsische Landesregierung erhofft sich durch die beschleunigte Erschließung des Vorkommens einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit Europas mit kritischen Rohstoffen. Gleichzeitig soll die Wertschöpfung im Freistaat Sachsen bleiben und die Transformation hin zur Elektromobilität unterstützt werden.

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