Straftaten in Sachsens Krankenhäusern: Zahl steigt auf 519 Fälle
Straftaten in Sachsens Krankenhäusern steigen auf 519

In Sachsens Krankenhäusern werden immer mehr Straftaten registriert. Binnen drei Jahren stieg die Zahl von 358 Vorfällen im Jahr 2022 auf 519 im vergangenen Jahr. Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Thomas Löser hervor.

Körperverletzung und Bedrohung dominieren

Besonders oft gab es im vergangenen Jahr Fälle von Körperverletzung (175) und Bedrohung (89). Eine Differenzierung nach Opfergruppen – ob Patienten, Personal oder Besucher – erfolgt jedoch nicht. Das Ministerium teilte mit, dies werde statistisch nicht erfasst. Die Zahlen wurden in der Kriminalstatistik nur mit Bezug auf den Tatort Krankenhaus erhoben.

Grüne: Personal besonders betroffen

Löser vermutet, dass vor allem das Klinikpersonal von den Taten betroffen ist. „Wir dürfen nicht wegschauen, wenn Menschen bedroht oder sogar verletzt werden, die uns in Notsituationen helfen. Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte und Rettungspersonal erleben zunehmend Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe“, sagte der Abgeordnete. Die Antwort zeige jedoch, dass Sachsen weder über eine belastbare Datengrundlage noch über eine landesweite Strategie zur Gewaltprävention in Krankenhäusern verfüge.

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Forderung nach Monitoring und Leitfaden

Die Grünen fordern ein landesweites Monitoring, damit Gewaltvorfälle gegen Beschäftigte einheitlich erfasst und ausgewertet werden. „Zweitens braucht es einen Leitfaden für Sachsen zur Gewaltprävention in Krankenhäusern, der Empfehlungen zu Meldewegen, Deeskalation, Notsorge, Sicherheitskonzepten und Organisationsstrukturen enthält“, so Löser. Zudem müssten Krankenhäuser bei technischen und baulichen Schutzmaßnahmen unterstützt werden.

Krankenhaus als sicherer Arbeitsort

„Krankenhäuser müssen Orte der Heilung und nicht der Angst sein. Wer tagtäglich für die Gesundheit anderer sorgt, hat Anspruch auf einen sicheren Arbeitsplatz“, betonte der Abgeordnete. Die Regierung dürfe sich nicht länger darauf zurückziehen, dass dafür die einzelnen Krankenhausträger verantwortlich seien.

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