Seit 2015 engagiert sich eine Flüchtlingshelferin in Bad Wörishofen für Geflüchtete aus Syrien, Irak und Afghanistan. Im Interview mit der Augsburger Allgemeinen zieht sie eine persönliche Bilanz: „Es gab viele schöne Momente, aber auch Enttäuschungen“, sagt sie. Die 58-Jährige, die ihren Namen nicht nennen möchte, hat in den vergangenen Jahren unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit investiert.
Erste Begegnungen mit Geflüchteten
Alles begann im Herbst 2015, als Hunderte Flüchtlinge in der Kurstadt ankamen. „Die Menschen kamen völlig erschöpft an, viele hatten Schlimmes erlebt“, erinnert sich die Helferin. Sie half zunächst bei der Erstversorgung, dolmetschte bei Behördengängen und organisierte Sachspenden. Schnell entstanden freundschaftliche Kontakte, die bis heute halten.
Besonders am Herzen liegt ihr die Integration in den Arbeitsmarkt. „Viele Geflüchtete sind hoch motiviert, aber bürokratische Hürden sind oft enorm“, erklärt sie. Sie begleitet Bewerbungen, übt Vorstellungsgespräche und vermittelt Kontakte zu lokalen Unternehmen. „Einige haben inzwischen feste Jobs gefunden, das freut mich ungemein.“
Herausforderungen im Alltag
Doch nicht alles verlief reibungslos. Immer wieder gab es Konflikte in den Unterkünften, kulturelle Missverständnisse und bürokratische Hindernisse. „Manchmal fühlt man sich machtlos, wenn jemand abgeschoben werden soll, obwohl er gut integriert ist“, sagt sie. Auch die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung macht ihr zu schaffen: „Es gibt viele Vorurteile, die schwer zu durchbrechen sind.“
Die Helferin betont, dass sie nicht nur den Geflüchteten hilft, sondern auch der Gesellschaft: „Ehrenamtliche Arbeit schafft Begegnungen und baut Brücken.“ Sie wünscht sich mehr Anerkennung für die vielen Freiwilligen, die oft im Verborgenen arbeiten.
Blick in die Zukunft
Trotz aller Schwierigkeiten will sie weitermachen. „Es gibt noch viel zu tun“, sagt sie. Besonders die Integration von Frauen und Kindern liegt ihr am Herzen. Sie plant, weiterhin Deutschkurse zu unterstützen und bei der Wohnungssuche zu helfen. „Jeder einzelne Mensch, der hier Fuß fasst, ist ein Erfolg.“
Die Augsburger Allgemeine berichtet regelmäßig über die Situation von Geflüchteten in der Region. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Themenseite.



